Wir sind jetzt schon seit knapp zwei Wochen wieder im „Ländle“. Ich wurde mehrfach angesprochen, doch auch noch das letzte Kapitel der Reise zu beschreiben. Nun hier kommt’s.
Nach unserer Trekkingtour in Sikkim haben wir uns noch 2 Tage in Darjeeling erholt. Wir sind bei T-Shirt Temperaturen tagsüber in der der Sonne zwischen Teeplantagen rumgelaufen, haben schwarzen Tee mit Milch (Darjeeling First Flush..sehr lecker) in der Sonne getrunken und waren zum Weihnachtsshopping -smile- unterwegs gewesen. Dieses Shopping war aber deutlich stressfreier als in Deutschland, da wärmer, weniger Leute etc.
Von Darjeeling fuhren wir in einem Shared-Taxi nach Bagdogra zum Flughafen. Von hier wollten wir nach Delhi und weiter nach Amritsar fliegen.
Die Fahrt verlief sehr amüsant. Wir hatten uns eine ganze Sitzreihe gemietet und konnten die Fahrt ohne die Enge indischer Menschen rechts und links von einem genießen. Im Jeep saß ein ehem. hoher Offizier der indischen Armee, der als freiberuflicher Berater (Zusammenarbeit öffentlicher Stellen mit Medien) fungierte und der wohl bei einem Führungskader der Armee ein Seminar abgehalten hatte.
Mit diesem haben wir uns ein paar Stunden sehr gut über die Unterschiede Indien/Deutschland und den Indier/den Deutschen an sich unterhalten. Ich denke beide Seiten haben hier sehr viel über das andere Volk gelernt und interessante Einsichten gewonnen.
In Amritsar hatten wir uns schon von Darjeeling aus ein sehr gutes Hotel gebucht, dass zum einen Zentrumsnahe und zum anderen allen Luxus bieten sollte, den man von einem 5 Sterne Haus erwarten kann.
Nun, ich sag´s mal so.. wir wurden nicht enttäuscht.
Der goldene Tempel von Amritsar – stellt das höchste Heiligtum der Sikhs dar. Die Sikhs stellen mit 3 - 5% der Bevölkerung Indiens einen eher geringen Anteil dar. Die meisten Leute dort sind halt Hindus.
In den Tempel/das Gelände, gelangt man nur barfuss. Die Schuhe werden in einem Schuhraum gegen eine Pfandmarke abgegeben. Man muss noch ein Wasserbad (ähnlich wie in einem deutschen Freibad, wenn man ans Becken will) schreiten, sich noch eine adäquate Kopfbedeckung aufsetzen (es stehen große Tonnen mit orangenen Mützchen und Tüchern zur Verfügung) und unter den Augen der strengen Tempelwächter eine Tür passieren – und dann ist man drin…in der Tempelanlage von Amritsar.
Der Besucher stellt fest, dass er auf weißem und schwarzem Marmor läuft, der sich je nach Tages- und Jahreszeit, angenehm kühl bis heiß anfühlt. Auf jeden Fall aber fühlt man dass hier zig tausende Menschen vor Dir hier gingen. Ein Ort mit einer unglaublichen Ausstrahlung.
Über eine Marmortreppe gelangt man abwärts auf die Niveauhöhe des heiligen Sees. Die Tempelanlage ist rechteckig – ähnlich eines Fußballplatzes aufgebaut – und dürfte so 350 x 150m haben.
Gebäude befinden sich nur an den Seiten – zur Mitte ist die Anlage offen. Hier ist der heilige See, in welchem die Sikhs baden oder dessen Wasser trinken. In der Mitte des künstlichen Sees, in welchem große Karpfen schwimmen, befindet sich eine ca. 20x20m große Insel. Hier steht der eigentliche goldene Tempel.
Die Insel ist über einen ca, 5m breiten Steg (Marmor) zu erreichen. Wenn man frühmorgens (so wie wir) dorthin geht, und das WE meidet, dann kann man ohne Wartezeiten ins Allerheiligste gehen. Ansonsten steht man bestimmt 1h an.
In dem Tempel der total vergoldet ist, sitzen 8 Musiker die den ganzen Tag eine sehr entspannende und mystische Musik produzieren. Diese wird per Lautsprecher auf der ganzen Anlage übertragen. Sich einfach ans Seeufer zu setzen und der Musik zu lauschen, die Leute zu beobachten und seine Gedanken schweifen zu lassen, hat etwas sehr entspannendes an sich.
In der Tempelanlage kann man auch essen. Es gibt eine Großküche, die für alle Pilger kocht. Das Essen ist frei. Für die dortigen Pilger gehört so ein Essen, nebst einem Schluck aus dem heiligen See zur Pilgerreise – erst dann ist alles perfekt!
Es ist auch möglich gegen eine geringe Gebühr in einem Haus auf der Tempelanlage zu übernachten. Hat bestimmt auch was an sich – aber manche Sachen müssen auch nicht sein…
Sogar einen eigene TV Station gibts auf dem Gelände, welche 24h am Tag sendet.
Am Abend/in der Nacht wird der Tempel dann angestrahlt und ein zweiter Besuch zeigt einem ein völlig anderes Gesicht der Anlage wie man bereits gesehen hatte.
Dieser im Scheinwerferlicht angestrahlte goldene Tempel unter Vollmond und Sternenhimmel, inmitten eines nun pechschwarzen Sees, umrahmt von der Musik der Musiker, welche in dem Tempel sitzen (siehe oben) ist ein Eindruck/Bild, den ich nicht mehr vergessen werde.
In der Tempelanlage finden sich überall im Marmor Inschriften und Gedenksteine, wo Personen oder Institutionen Verstorbenen gedenken.
Man findet hier sehr viele Steine der indischen Armee, welche gefallenen Kameraden in einem der drei indisch/pakistanischen Kriege gedenken. Aber auch Steine aus jüngster Zeit, in welchen die Feindschaften und blutig zurückgeschlagenen Grenzscharmützel zwischen Indien und Pakistan sich widerspiegeln. Hier wird einem bewusst, dass doch auf der Welt ständig Dinge passieren, die trotz Internet und Medienpräsenz an der Weltöffentlichkeit vorbeigeht. Für die Region hier..ein Pulverfass…und beide Länder haben nukleare Waffen….
Was man auch unbedingt sehen muss ist die abendliche Schließung der indischen/pakistanischen Grenze bei Waoka. Amritsar befindet sich ca. 30km von der pakistanischen Grenze und 45km von Laore in Pakistan entfernt.
Allabendlich wird an der Grenze um 17h der Laden dicht gemacht und das ganze als Propagandavorstellung von beiden Ländern genutzt.
Beide Seiten karren Busladungen von Menschen zu dem Ereignis. 500m vor der Grenze muss man aussteigen und zu Fuß gehen. Taschen darf man – aus Angst vor Anschlägen – nicht mitnehmen. Gegen eine Gebühr werden diese von Standbesitzern an der Straße aufbewahrt.
Man wird abgetastet - Frauen und Männer getrennt. Sehr witzig zu sehen, wie die indischen Frauen unter ihren Saris versuchen ihre Taschen mitzunehmen und zu geizig waren die Gebühr für die Aufbewahrung zu bezahlen.
Die Grenzpolizistinnen machen hier kurzen Prozess. Sie haben die Taschen nach Räumung des Inhalts (Handy, Geldbeutel etc.) einfach über den Stacheldrahtzaun ins Niemandsland geworfen :-) da war ein Geschrei bei den „Indischen“…
Um 17h geht’s dann los. Eine Ehrengrade öffnet und schließt das Tor dreimal. Man begrüßt und verabschiedet sich mit Handschlag unter den Ländern. Auf beiden Seiten gibt es „Einpeitscher“ welche die Leute zu Sprechgesängen und Geschrei animieren.
Es kommt einem vor, dass wenn Pakistan laut schreit…Indien lauter antworten muss. Pakistan muss dann noch einen draufsetzen etc…
Das hört sich so an… Indien: bla bla bla…“Rinderwahn“…alle: Hindustan (3x das ganze..)
Dann Pakistan: bla bla bla… „ Rinderwahn“ (so hab ich es verstanden..) alle: Pakistan (auch 3x)
Ich muss aber sagen, dass die Pakis die bessere Show gemacht haben, auch wenn einer ihrer „Elitesoldaten“ vor lauter Eifer ausgerutscht ist und auf die Schnauze fiel. Die ganzen Inder haben ihn natürlich ausgebuht.
In Amritsar gibt es ebenfalls dank der Nähe zu Kaschmir, Wollprodukte aus Kaschmirwolle zu kaufen. Nun – was liegt näher sich hier einmalig mit Kaschmirschal einzudecken…
Zumal wir ab Delhi für den Rückflug 40kg pro Person an Gepäck mitnehmen durften.
Rückflug: Ein anderes Thema…. Wir flogen mit Kingfisher… Die erste Maschine kam erst gar nicht bis Amritsar, sondern blieb gleich in Delhi auf dem Flughafen stehen. Die zweite Maschine blieb in Amritsar stehen (Propeller am Arsch). die dritte Maschine war hoffnungslos überbucht – klar die Leute aus den beiden anderen Maschinen wollten ja auch wieder weg.
Es fanden nette Szenen in der Abflughalle statt, die einem Aufschluss über die indische Seele gaben. Es gehört wohl dazu, dass man einen armen Flughafenmitarbeiter zu 30 umringt, engst umringt und von allen Seiten auf ihn einschreit J Viele Leute verpassten ihre Anschlussflüge nach Europa – ach – und in andere Teile der Welt…
Ich ließ mir in einer ruhigen Minute von einem Mitarbeiter schriftlich bestätigen, dass wir auf jeden Fall einen Platz in einer Maschine bekommen würden. Hab das ganze in mein Notizbuch geschrieben und mir von ihm mit Name und Dienstnummer bestätigen lassen. Auf für den Fall dass ich von Kingfisher Regress fordere. Wir waren von 14h – 22h auf dem schei… Flughafen.
In Delhi angekommen hatten wir Zeit, da unser neuer Flug erst um 5h am Morgen gehen sollte.
In Delhi am Flughafen gibt es keine Gepäckaufbewahrung! Angst vor Terror. Wahlmöglichkeiten: in eine nahegelegenes Hotel fahren und dort versuchen die Koffer gegen eine Gebühr zu parken oder halt mitnehmen. Es gab/gibt auch sog. Retired Rooms. Das sind Schlafkabinen, die man für ein paar Euro mieten kann und so die Zeit zwischen den Flügen sich etwas hinlegen kann. Aber durch die Umbaumaßnahmen am Flughafen, gibt’s die Räume derzeit auch nicht.
Wir entschlossen uns die Zeit bis 5h sinnvoll zu nutzen, da an Schlaf auf dem Flughafen nicht so zu denken war.
Prepaid Taxi genommen mit Fahrtziel „Hardrock Cafe New Delhi“. Der Fahrer brauchte ca. 30min. Wir fuhren durch dunkle Gegenden Delhis und ich hab mich mehrfach gefragt, ob der Typ auch wirklich weiß wo er uns hinfährt :-) Aber wie überall in Indien...irgendwie klappts doch...Wir kamen gg. 00.30h dort an. Er bekam die Anweisung mit unserm Gepäck vor der Tür auf uns zu warten und uns später wieder an den Flughafen zu fahren.
Wir also rein – ein paar Kingfisher getrunken, bissele T-Shirts etc. eingekauft - was man so halt in einem Hard Rock Cafe macht...wobei das Cafe in Delhi echt schön ist - da gibts andere...fällt mir das häslichste ein.. das steht in Peking...nicht dorthin gehen..Menschen die Drogen und ihre Körper verkaufen..gibt in China richtig Ärger, wenn man kontrolliert wird...und wieder zurück nach Delhi...nach den Bieren gings dann wieder zurück an den Flughafen - deutlich schneller als 30min - also doch auf der Hinfahrt verfahren gehabt :-)
Den Flug nach Istanbul hatte ich fast durchgehend (ver)schlafen. Wir hatten ja den ganzen Tag in Istanbul zur Verfügung, da unser Flug erst am späten Abend nach Frankfurt gehen sollte. Istanbul empfing uns mit (für uns) sehr kalten 10 Grad. Hab mir erstmal eine Pullover gekauft, da unser Gepäck ja als Transfer am Flughafen blieb.
Es standen dann die Altstadt, Aussichtsturm von Galataysaray, Fähranleger, Blaue Moschee, Hagia Sophia, Zisterne auf dem Programm.
Aufgrund des Fluglotsenstreiks in Madrid gab es auch in Istanbul Verspätungen. Nun, wir waren von Amritsar schon geeicht… Irgendwann spät in der Nacht kamen wir in Frankfurt an und noch später in der Nacht – eigentlich war es schon früher morgen, dann nach 6 Wochen wieder daheim in den eigenen vier Wänden. Schnell ins Bett, da ich ja an dem Tag arbeiten musste….nach 4 Stunden Schlaf ging’s dann ins Büro. Ja was für eine Freude. Kam mir vor wie Falschgeld in einem Tresor...
Der Alltag hat mich noch nicht ganz erreicht.. aber nach bislang 5 Weihnachtsfeiern bin ich wieder angekommen - und hab gestern Abend auf Feier Nr.5 mein Verlangen gestillt, welches mir in Indien die ganze Zeit im Kopf rumging…ZWIEBELROSTBRATEN…lecker
Und nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Smile.
Nächstes Jahr wird es einen Blog geben mit dem Titel: www.coco-bei-den-indios.blogspot.com . Man darf gespannt sein was da so los sein wird. Ihr werdet es erfahren :-)
CU
Coco on Tour II - Indien - Land der Maharadscha´s
Reiseeindrücke aus Indien. Mumbay - Goa - Hampi - Bangalore - Mysore - Kalkutta - Darjeeling - Sikkim - Delhi - Amrizar - Delhi(Okt - Dez.2010)
Dienstag, 21. Dezember 2010
Montag, 29. November 2010
Sikkim - Trek oder Expedition ?
Wir waren vom 21.11. - 29.11.10 in West Sikkim zum Trekken wie man so schoen sagt. Um nach Sikkim zu kommen braucht man erstmal eine Genehmigung - obwohl der Bundesstaat zu Indien gehoert, hat er doch einen Sonderstatus. 1975 wurde er von Indien einverleibt - ansonsten haetten das wohl die Chinesen gemacht. Sikkim ist ca. 45x70 km gross und liegt zwischen Nepal, Tibet (China) und Buthan eingebettet im Hochland des Himalaya.
Die Entfernung von Darjeeling betraegt ca. 50km zur "Grenze". Dort bekommt man einen Einreisestempel, wenn man seine Genehmigung vorgezeigt hat (diese ist kostenlos ueber bestimmte Aemter erhaeltlich und gilt 15 Tage). Von der Grenze zum Ausgangsort des Treks sind es nochmals knapp 40km.
Fuer den Teil 1 braucht man ca. 3 Stunden und fuer den Teil 2 ca. 2,5h in einem Taxi. Die Strassen (man kann das eigentlich nicht Strasse nennen, auf was man sich da bewegt) verlaufen nur in Serpentinen. Das Land besteht nur aus sehr hohen Bergen und tiefen Taelern.
So ein Taxi ist eine lustige Sache...die Dinger sehn alle wie so ein Mercedes G Gelaendewagen aus. Insgesamt sitzen da neben dem Fahrer 12 Personen drin. Neben dem Fahrer als 3 (der sitzt dann auf einer Arschbacke und faehrt..) hintere Bank 4 und im Heck auch nochmal 4..manchmal auch 5 und auf dem Dach neben dem Gepaeck weitere "Kurzreisende"..
Die Fahrt kostet 100 Rupien. Man ist als Auslaender mit langen Beinen gut beraten sich gleich 2 oder 3 Sitze zu kaufen, so kann man einigermassen bequem fahren. Und man muss diese Sitze dann auch verteidigen, da manche Inder das nicht einsehen wollen, dass im Taxi noch Platz ist, der Fahrer aber niemand mehr mitnehmen will..
In Yuksom angekommen, geht der Trek dann los. Yuksom besteht aus ca. 10 Haeusern. Zu beginn des Treks betrachtet man das Dorf als ein Kaff, kommt man zurueck, ist man von der "Lebendigkeit" den Autos und dem Laerm uberwaeltigt.smile..
Man steigt von 1900m auf 2900m auf. Am naechsten Tag weiter auf 4030m nach Dzongri. Dort bleibt man einen Tag zur Gewoehnung. Weiter gehts dann auf eine Hochebene bei Lamuni (4300m) von dort gehts auf den Gochela Pass (5100m). Hier steht man dann am Fuss des Kanchenzonga, der mit 8586m der dritthoechste Berg der Welt ist. China ist dann nur noch ca. 3km entfernt.
Man schlaeft in der ersten Nacht (wenn man Glueck hat) in einer Huette. Ansonsten schon im Zelt. Die Huetten dort kann man sich so vorstellen. Leere Raeume, kaputte Fenster, dreckige Rosshaarmatratzen,welche auf dem Boden liegen. keine Betten, kaputte Tueren. keine Heizung.
Warum das so ist, kann ich nicht verstehen. Im nahen Nepal hab ich so was nie erlebt. Huetten aehnlich wie in den Alpen..
Oder im Zelt...das bedeutet: duennste Isomatten (4mm) und einen leidlichen Schlafsack bis ca. -10Grad. Einigermassen gute Zelte.
Nachts war es bei uns zw. 10 - 15 unter Null. Ab Dzongri war man ueber den Wolken. Das sah phantastisch aus. Die einzelne Berge ragten wie Inseln aus einem Meer aus Watte. Sonne von 6.30 - 16.30h. Ab 17h Dunkel und kalt. Nach dem Trekziel des Tages verbrachte man die Zeit im Schlafsack oder wenn noch Zeit vorher blieb in der Sonne. Einen Sonnenaufgang im Himalaya sollte man unbedingt sehen..die Farbe der Berge wandelt sich von flieder in rosa und in strahlendes weiss...einzigartig..
Nachts gab es einen Sternenhimmel der ebenfalls kaum zu ueberbieten war, da kein Umgebungslicht einer Stadt, keine Umweltverschmutzung, das Himmelslicht truebt. Man kann die Milchstrasse erkennen. Es sind zig tausende Sterne am Himmel zu sehen, Sternschnuppen, welche ueber den 6000 bis 8000m hohen Bergen runtergehen...
Die Gegend ist so abgelegen, das man noch nichtmal Flugzeuge am Himmel sieht. Einfach nichts. Und darin liegt auch die Gefahr des "Treks". Der Trek war und ist eine Expedition, das muss man sich klar sein.
Es gibt kein Telefon, kein Funk, keine Hubschrauberlandeplaetze - und auch keine Hubschrauber, die einem helfen, wenn man in Not geraet.Man muss sich in allen Lagen selber helfen koennen. Minimum muss man mind. 1 Tag aushalten bis ueberhaupt jemand informiert worden ist (wenn man Glueck hat). Wann dann diese Hilfe kommt, ist fraglich.. Das kann sehr lange sein, wenn man z.b. den Fuss gebrochen hat...hoehenkrank ist etc...und kann auch oft zu spaet sein.
Zur Verpflegung hat man einen Koch dabei, welcher alle Mahlzeiten zubereitet. Das Material wird auf Yaks transportiert. Dafuer gibts einen Yak-Mann, der die Viecher antreibt..der Koch wird von einem Kuechenhelfer unterstuetzt und der Guide (den man immer braucht) durch einen Helfer. Also hat man 5 Mann im Schlepptau...
Ich selbst bin den Naechten fast verreckt...Trotz 2 Isomatten und einer Flasche mit heissem Wasser im Schlafsack, zwei Lagen Kleidung, unter der Isomatte alle alten Klamotten ausgebreitet, war nur ca. 2Std an Schlaf zu denken. Hab nur gefroren. Der Boden mehr als uneben. Die Yaks mit ihrem Kuhglocken nur einige Meter entfernt am Boden...
Am Tag war alles vergessen. Waerme und Schoenheit der Berge haben fuer die Nacht entschaedigt. Aber nach der 4. Nacht unter akutem Schlafmangel hat man nicht mehr soooo Bock wie zu Beginn der Tour. Nici und ich haben beschlossen den Trek um einen Tag zu verkuerzen. Wir haben die Tagesetappen verlaengert und so einen Tag rausgelaufen. Hatten festgestellt, dass wir wohl ziemlich fit sind. Von allen Gruppen sind wir am Morgen immer die letzten gewesen, welche gestartet sind...wir waren aber auch dann im Schnitt immer 2/3h vor allen anderen da :)
Eigentlich unverstaendlich welche Leute sich da den Berg hoch schleppen. Ein Beispiel: Paar aus Singapore und 4 Inder aus Mumbai...Beide Gruppen standen um 2.30h! und 3h! in der Nacht auf, um am Morgen auf dem Pass zu sein (16km Wanderung, 800 Hoehenmeter). Nici und ich sind am Morgen nach dem Fruehstueck (7.45h) los und waren um 11.15h oben. Also wir oben waren, sind beide Gruppen gerade nach 30min Pause wieder abgestiegen...ich hab gar nicht gesagt, wann wir los sind :) unser Guide war mit uns teilweise ziemlich gefordert um mithalten zu koennen. Nur gegen den Koch hatten wir keine Chance..der ist teilweise mit 30kg Kueche auf dem Buckel einfach davongerannt...jeder hat immer irgendwo seinen Meister ;)
Vorgestern nacht dann erstmals wieder eine Huette (siehe oben) in welcher ich dann mal 5h am Stueck hab schlafen koennen..egal wie dreckig und was fuer Matratzen es da gab. Handtuch drueber und Augen zu..was fuer ein Genuss... Dann gestern in Yuksom ein Bett und eine DUSCHE..erstmals nach 8 Tagen...ok..es gab Waschschuesseln und teilweise hab ich mich im kalten Gebirgsbach gewaschen. Aber nach dem Versuch dort meine Haare zu waschen, wobei mein Duschbad vor Kaelte des Wassers nicht schaeumen wollte und ich dachte mir brennt es die Kopfhaut weg, so kalt war die Bruehe.. hab ich es gelassen und nur noch Katzenwaesche mit der Wasserschuessel gemacht. Diese hab ich irgendwann bemerkt, wurde mit dem Restessen den Yaks als Fressnapf vorgesetzt.. man merkt, das ganze war echt kein Spass, jedes Ausruestungsteil wurde mehrfach und optimal verwendet..
Heute dann die Rueckfahrt (siehe oben) Teil 1 ging gut... 4 Platze fuer 3 Leute (Nici, Guide und ich) gekauft, Teil 2 schlecht... nichts mehr frei. Also wir in Darjeeling ankamen, hab ich in beiden Beinen kein Gefuehl mehr. konnte am Anfang gar nicht aussteigen... warum macht man so was in seinem Urlaub???
Im Teil 1 sassen die besagten Inder (siehe oben) mit im Auto. Alle ziemlich dick. Vorn 2 und ein weitere Fahrgast...Fahrer sass wieder auf der halben Arschbacke..hinten 5! Leute.. 2 US Boys, 2 dicke Inder (siehe oben) und eine Frau (Kurzreisende)..deren Mann auf dem Dach. Dazu unser Gepaeck und bestimmt 5 Riesentaschen der Kurzreisenden...wie der sich da oben hat halten koennen, bei den Schlagloechern und Kurven..keine Ahnung...wenn der gefallen ware..keine Chance. Neben der Strasse gings so steil runter.. da haette sich jeder beim Fall aufgeschaukelt und waere immer weiter geflogen...Gilt auch fuer ein Auto..verlassen der Fahrbahn...Ende der Reise fuer alle Insassen und zwar fuer immer! Aber ich muss sagen, die Fahrer fahren sehr vernuenftig und gewissenhaft..und vor allem die koennen wirklich gut fahren!
Weiter mit den Indern und Teil 1 der Fahrt:
Die Inder maulten rum und wollten unseren 4.Platz besetzen..da im Auto eine qualvolle Enge herrschte - nur bei uns war Platz.grinz. aber nein!! ich hab ganz boese den Platz verteidigt!! Zahlt ist zahlt wie der Schwabe sagen wuerde...ist doch nicht mein Problem, wenn der Taxifahrer mehr Leute mitnimmt als er Plaetze hat...
Sind heute wieder im Dekeling Hotel in Darjeeling abgestiegen. Werden hier bis 2.Dez bleiben. Wollen morgen mit dem Toy Train (google it) fahren... am 2. gehts mit dem Flieger nach Delhi und weiter nach Amrizar - das liegt an der Pakistanischen Grenze oben bei Kaschmir.
Dort ist der Goldene Tempel! (auch mal in Google die Bilder anschauen) den muss man sehen - hat ja glaube ich auch mal in einem James Bond Film mitgespielt (Occtopus oder so..). Mal sehen was es bis uebermorgen noch so zu berichten gibt..
gruesse aus Westbengalen/Darjeeling
coco
Die Entfernung von Darjeeling betraegt ca. 50km zur "Grenze". Dort bekommt man einen Einreisestempel, wenn man seine Genehmigung vorgezeigt hat (diese ist kostenlos ueber bestimmte Aemter erhaeltlich und gilt 15 Tage). Von der Grenze zum Ausgangsort des Treks sind es nochmals knapp 40km.
Fuer den Teil 1 braucht man ca. 3 Stunden und fuer den Teil 2 ca. 2,5h in einem Taxi. Die Strassen (man kann das eigentlich nicht Strasse nennen, auf was man sich da bewegt) verlaufen nur in Serpentinen. Das Land besteht nur aus sehr hohen Bergen und tiefen Taelern.
So ein Taxi ist eine lustige Sache...die Dinger sehn alle wie so ein Mercedes G Gelaendewagen aus. Insgesamt sitzen da neben dem Fahrer 12 Personen drin. Neben dem Fahrer als 3 (der sitzt dann auf einer Arschbacke und faehrt..) hintere Bank 4 und im Heck auch nochmal 4..manchmal auch 5 und auf dem Dach neben dem Gepaeck weitere "Kurzreisende"..
Die Fahrt kostet 100 Rupien. Man ist als Auslaender mit langen Beinen gut beraten sich gleich 2 oder 3 Sitze zu kaufen, so kann man einigermassen bequem fahren. Und man muss diese Sitze dann auch verteidigen, da manche Inder das nicht einsehen wollen, dass im Taxi noch Platz ist, der Fahrer aber niemand mehr mitnehmen will..
In Yuksom angekommen, geht der Trek dann los. Yuksom besteht aus ca. 10 Haeusern. Zu beginn des Treks betrachtet man das Dorf als ein Kaff, kommt man zurueck, ist man von der "Lebendigkeit" den Autos und dem Laerm uberwaeltigt.smile..
Man steigt von 1900m auf 2900m auf. Am naechsten Tag weiter auf 4030m nach Dzongri. Dort bleibt man einen Tag zur Gewoehnung. Weiter gehts dann auf eine Hochebene bei Lamuni (4300m) von dort gehts auf den Gochela Pass (5100m). Hier steht man dann am Fuss des Kanchenzonga, der mit 8586m der dritthoechste Berg der Welt ist. China ist dann nur noch ca. 3km entfernt.
Man schlaeft in der ersten Nacht (wenn man Glueck hat) in einer Huette. Ansonsten schon im Zelt. Die Huetten dort kann man sich so vorstellen. Leere Raeume, kaputte Fenster, dreckige Rosshaarmatratzen,welche auf dem Boden liegen. keine Betten, kaputte Tueren. keine Heizung.
Warum das so ist, kann ich nicht verstehen. Im nahen Nepal hab ich so was nie erlebt. Huetten aehnlich wie in den Alpen..
Oder im Zelt...das bedeutet: duennste Isomatten (4mm) und einen leidlichen Schlafsack bis ca. -10Grad. Einigermassen gute Zelte.
Nachts war es bei uns zw. 10 - 15 unter Null. Ab Dzongri war man ueber den Wolken. Das sah phantastisch aus. Die einzelne Berge ragten wie Inseln aus einem Meer aus Watte. Sonne von 6.30 - 16.30h. Ab 17h Dunkel und kalt. Nach dem Trekziel des Tages verbrachte man die Zeit im Schlafsack oder wenn noch Zeit vorher blieb in der Sonne. Einen Sonnenaufgang im Himalaya sollte man unbedingt sehen..die Farbe der Berge wandelt sich von flieder in rosa und in strahlendes weiss...einzigartig..
Nachts gab es einen Sternenhimmel der ebenfalls kaum zu ueberbieten war, da kein Umgebungslicht einer Stadt, keine Umweltverschmutzung, das Himmelslicht truebt. Man kann die Milchstrasse erkennen. Es sind zig tausende Sterne am Himmel zu sehen, Sternschnuppen, welche ueber den 6000 bis 8000m hohen Bergen runtergehen...
Die Gegend ist so abgelegen, das man noch nichtmal Flugzeuge am Himmel sieht. Einfach nichts. Und darin liegt auch die Gefahr des "Treks". Der Trek war und ist eine Expedition, das muss man sich klar sein.
Es gibt kein Telefon, kein Funk, keine Hubschrauberlandeplaetze - und auch keine Hubschrauber, die einem helfen, wenn man in Not geraet.Man muss sich in allen Lagen selber helfen koennen. Minimum muss man mind. 1 Tag aushalten bis ueberhaupt jemand informiert worden ist (wenn man Glueck hat). Wann dann diese Hilfe kommt, ist fraglich.. Das kann sehr lange sein, wenn man z.b. den Fuss gebrochen hat...hoehenkrank ist etc...und kann auch oft zu spaet sein.
Zur Verpflegung hat man einen Koch dabei, welcher alle Mahlzeiten zubereitet. Das Material wird auf Yaks transportiert. Dafuer gibts einen Yak-Mann, der die Viecher antreibt..der Koch wird von einem Kuechenhelfer unterstuetzt und der Guide (den man immer braucht) durch einen Helfer. Also hat man 5 Mann im Schlepptau...
Ich selbst bin den Naechten fast verreckt...Trotz 2 Isomatten und einer Flasche mit heissem Wasser im Schlafsack, zwei Lagen Kleidung, unter der Isomatte alle alten Klamotten ausgebreitet, war nur ca. 2Std an Schlaf zu denken. Hab nur gefroren. Der Boden mehr als uneben. Die Yaks mit ihrem Kuhglocken nur einige Meter entfernt am Boden...
Am Tag war alles vergessen. Waerme und Schoenheit der Berge haben fuer die Nacht entschaedigt. Aber nach der 4. Nacht unter akutem Schlafmangel hat man nicht mehr soooo Bock wie zu Beginn der Tour. Nici und ich haben beschlossen den Trek um einen Tag zu verkuerzen. Wir haben die Tagesetappen verlaengert und so einen Tag rausgelaufen. Hatten festgestellt, dass wir wohl ziemlich fit sind. Von allen Gruppen sind wir am Morgen immer die letzten gewesen, welche gestartet sind...wir waren aber auch dann im Schnitt immer 2/3h vor allen anderen da :)
Eigentlich unverstaendlich welche Leute sich da den Berg hoch schleppen. Ein Beispiel: Paar aus Singapore und 4 Inder aus Mumbai...Beide Gruppen standen um 2.30h! und 3h! in der Nacht auf, um am Morgen auf dem Pass zu sein (16km Wanderung, 800 Hoehenmeter). Nici und ich sind am Morgen nach dem Fruehstueck (7.45h) los und waren um 11.15h oben. Also wir oben waren, sind beide Gruppen gerade nach 30min Pause wieder abgestiegen...ich hab gar nicht gesagt, wann wir los sind :) unser Guide war mit uns teilweise ziemlich gefordert um mithalten zu koennen. Nur gegen den Koch hatten wir keine Chance..der ist teilweise mit 30kg Kueche auf dem Buckel einfach davongerannt...jeder hat immer irgendwo seinen Meister ;)
Vorgestern nacht dann erstmals wieder eine Huette (siehe oben) in welcher ich dann mal 5h am Stueck hab schlafen koennen..egal wie dreckig und was fuer Matratzen es da gab. Handtuch drueber und Augen zu..was fuer ein Genuss... Dann gestern in Yuksom ein Bett und eine DUSCHE..erstmals nach 8 Tagen...ok..es gab Waschschuesseln und teilweise hab ich mich im kalten Gebirgsbach gewaschen. Aber nach dem Versuch dort meine Haare zu waschen, wobei mein Duschbad vor Kaelte des Wassers nicht schaeumen wollte und ich dachte mir brennt es die Kopfhaut weg, so kalt war die Bruehe.. hab ich es gelassen und nur noch Katzenwaesche mit der Wasserschuessel gemacht. Diese hab ich irgendwann bemerkt, wurde mit dem Restessen den Yaks als Fressnapf vorgesetzt.. man merkt, das ganze war echt kein Spass, jedes Ausruestungsteil wurde mehrfach und optimal verwendet..
Heute dann die Rueckfahrt (siehe oben) Teil 1 ging gut... 4 Platze fuer 3 Leute (Nici, Guide und ich) gekauft, Teil 2 schlecht... nichts mehr frei. Also wir in Darjeeling ankamen, hab ich in beiden Beinen kein Gefuehl mehr. konnte am Anfang gar nicht aussteigen... warum macht man so was in seinem Urlaub???
Im Teil 1 sassen die besagten Inder (siehe oben) mit im Auto. Alle ziemlich dick. Vorn 2 und ein weitere Fahrgast...Fahrer sass wieder auf der halben Arschbacke..hinten 5! Leute.. 2 US Boys, 2 dicke Inder (siehe oben) und eine Frau (Kurzreisende)..deren Mann auf dem Dach. Dazu unser Gepaeck und bestimmt 5 Riesentaschen der Kurzreisenden...wie der sich da oben hat halten koennen, bei den Schlagloechern und Kurven..keine Ahnung...wenn der gefallen ware..keine Chance. Neben der Strasse gings so steil runter.. da haette sich jeder beim Fall aufgeschaukelt und waere immer weiter geflogen...Gilt auch fuer ein Auto..verlassen der Fahrbahn...Ende der Reise fuer alle Insassen und zwar fuer immer! Aber ich muss sagen, die Fahrer fahren sehr vernuenftig und gewissenhaft..und vor allem die koennen wirklich gut fahren!
Weiter mit den Indern und Teil 1 der Fahrt:
Die Inder maulten rum und wollten unseren 4.Platz besetzen..da im Auto eine qualvolle Enge herrschte - nur bei uns war Platz.grinz. aber nein!! ich hab ganz boese den Platz verteidigt!! Zahlt ist zahlt wie der Schwabe sagen wuerde...ist doch nicht mein Problem, wenn der Taxifahrer mehr Leute mitnimmt als er Plaetze hat...
Sind heute wieder im Dekeling Hotel in Darjeeling abgestiegen. Werden hier bis 2.Dez bleiben. Wollen morgen mit dem Toy Train (google it) fahren... am 2. gehts mit dem Flieger nach Delhi und weiter nach Amrizar - das liegt an der Pakistanischen Grenze oben bei Kaschmir.
Dort ist der Goldene Tempel! (auch mal in Google die Bilder anschauen) den muss man sehen - hat ja glaube ich auch mal in einem James Bond Film mitgespielt (Occtopus oder so..). Mal sehen was es bis uebermorgen noch so zu berichten gibt..
gruesse aus Westbengalen/Darjeeling
coco
Samstag, 20. November 2010
Darjeeling - wo der Tee wächst und der Himalaya beginnt..
Wir starten ganz unspektakulär von Kalkutta - im Gegensatz zu unserem letzten Flug von Bangalore aus, können wir uns entspannt ins Taxi setzen und nochmal den chaotischen Verkehr in der Stadt "geniesen". Wie in ganz Asien - aber hier wohl besonders beherrscht die Regel: "Es gibt keine oder nur sehr begrenzte Verkehrsregeln" den Verkehr.
Weiter gilt: "Ober sticht Unter" oder "LKW verdrängt Pkw, PKW - Motorrad, Motorrad - Fußgänger usw..
das Unerklärliche ist aber: Es funktioniert!! Auch wenn an einer Einmündung aus einem Fahrstreifen drei oder vier gemacht werden, dann noch einer entgegen der Fahrtrichtung kommt - es klappt. Warum? Weil man trotz allem vorsichtig fährt und Rücksicht nimmt. Interessant oder? In Deutschland undenkbar..hier würde jeder auf sein Recht beharren und fahren..
Am Flughafen wieder die gleiche Eincheckprodzedur:
Am Eingang Ticket vorzeigen, sonst kommt man erst gar nicht in den Flughafen rein. E-Ticket Inhaber müssen sich das an einem Stand ausserhalb ausdrucken lassen
Dann wird das Gepäck sicherheitsüberprüft
Nun darf man einchecken
Das Handgepäck wird mit Anhänger versehen und man wird erneut im Sicherheitsbereich gecheckt. Hierbei wird das Handgepäck auf den Anhängern abgestempelt und das Ticket abgestempelt
Beim Boarden wird dann Ticket und Stempel überprüft. Man darf ans Flugzeug.
Besteigt man das Flugzeug wird das Ticket entwertet und man darf sich endlich auf seinen Platz setzen.
Leider haben wir vom Flugzeug aufgrund Wolken den Himalaya nicht gesehen. In Bagdora angekommen, erfreuen wir uns an kühlen 23 Grad. Welch ein Unterschied zu dem heißen Kalkutta. Fahren mit einem Pre-Paid Taxi nach Siliguri.
Pre-Paid Taxi kosten etwas mehr wie die normalen Taxi. Haben aber den Vorteil, dass man mit den Fahrern nicht rummachen muss, wegen dem Preis etc. Man wird nicht über den Tisch gezogen mit falschen Entfernungsangaben oder mit Fahrer die Umwege fahren um so mehr Geld zu bekommen (meistens ist man ja fremd in der Stadt, wenn man mit dem Flieger ankommt). Man zahlt an einem Schalter im Flughafen die Gebühr unter Nennung seines Fahrziels im Vorraus. Man bekommt einen Gutschein über die Gebühr mit dem Kennzeichen des Taxis, welches einem transportiert. Dem Fahrer, der vor dem Flughafen wartet, händigt man NACH Erreichen des Fahrziels den Gutschein aus - dieser wird dann von ihm später wieder eingelöst.
In Siliguri angekommen, ergattern wir ein Share-Taxi und fahren los nach Darjeeling.
Ein Share-Taxi ist ein Taxi das ein fixes Fahrtziel hat und man sich den Fahrtpreis unter allen Fahrgästen aufteilt. Man fährt idR erst los, wenn die Karre voll ist. Nun, wir saßen in einem Jeep russischer oder indischer Bauart. Neben dem Fahrer saßen 10! Personen insgesamt im Auto. Vorne mit Fahrer 3, Rückbank 4, im Heck jeweils re und li 2 (also auch 4). Gepäck wird auf dem Dach festgemacht.. So fuhren wir ca. 2h hoch und immer höher. Wir wurden in weiße Watte eingepackt. Der Fahrer hatte Sicht von ca. 10m, wenn die Wolken mal aufrissen, hatte man einen wahnsinnigen Blick auf die Berge und rießige Teeplantagen. Aber auch auf Abgründe, die neben der Fahrbahn verliefen und mahnten, dass ein Fehler des Fahrers das AUS bedeuten würde.
Wir sahen unterwegs den Toytrain fahren. Eine Eisenbahn aus den Anfängen des Jahrhunderts. Zwei der Züge, welche regelmäßig verkehren, werden noch mit Kohle beheizt...
In Darjeeling angekommen musste ich erstmal meine Jacke auspacken. Ich schwitzte das erste Mal seit Wochen nicht mehr, sonder mir war nun kalt. Es dürften so um die 12 Grad gewesen sein..
Fanden ein schönes Hotel..DEKELING (google it!).
Heute morgen wurden wir von strahlend blauem Himmel und Sonne geweckt. Der Himalaya - vor allem der Kanchenzonga dominierte mit seinen schneebedeckten Flanken. Ganz klein war auch der Mount Everest zu erkennen.
Hier in Darjeeling gibt es ja bekanntlich viel Tee. Besuchen eine Teefabrik und lassen uns von einem Angestellten durch die Firma begleiten und uns den Ablauf der Teeproduktion erklären. Kaufen dann natürlich auch gleich ein paar Packungen Tee. Hinterher lassen wir uns zwischen Teesträuchern die recht warme Sonne auf den Bauch scheinen. Es herrschen schon wieder T-Shirt Temp. Nach einer kleinen Wanderung und einen Stück Black-Forest Cake...hab ich schon erwähnt, dass die Inder totale Schleckermäuler sind? Nein? Heute in einer Bäckerei standen da 6 Schwarzwälderkirsch nebeneinander...6!! da musste ich einfach ein Stück kaufen oder?
gehts gings zur Trekkingagentur TREKMATE bei welcher wir unsern Trip nach Sikkim festmachten. Übermorgen gehts los. Eigentlich schon morgen früh.
D.h. die Anfahrt nach Yuksom dauert ungefähr 6h. 6h in einem bzw. zwei Share-Taxi verbringen, da wir einmal an der Grenze zu Sikkim umsteigen müssen:-) das wird was werden.
Starten dann in YUKSOM/Sikkim und gehen über Dzongri zum Goche La Pass.Schaut mal in Google Earth nach und geniest die Bilder! Dieser Pass liegt ca. 4900m hoch und gewährt tolle Blicke auf den Himalaya. Wir haben unseren eigenen Koch, Guide und Träger/Rindviecher dabei. Sind daher recht autonom. Da wir die meiste Zeit in Zelten übernachten werden, mussten wir heute noch einen Ausrüstungsceck machen und fehlende Dinge einkaufen, wie Entkeimungstabletten fürs Wasser, Energieriegel, Jogginghose zum Schlafen im Schlafsack,ersatzbatterien für die Taschenlampe usw.. Ich hatte nur Turnschuhe/Laufschuhe dabei. Dachte das diese reichen würden - nachdem mir aber alle, welchen den TREK durchgeführt hatten, davon abrieten, ging ich auf die Suche nach geeigneten Schuhen. Das ist bei Größe 45/46 in Indien gar nicht so einfach. Ich fand einfach keine!
Es gab aber eine ganz einfache Lösung: Ich bin zur Trekingagentur und hab denen mein Problem geschildert. Und - die Jungs hatten Schuhe zum Leihen im Schrank stehen. Ein chin. Modell/Nachbau des Maindl Bergschuhs passten wie angegossen. Also wieder alles gut. Noch schnell eine wasserdichte Tasche von North Face (Chinafake) für 12 Euro gekauft, damit die eigenen Sachen bei einem Regen auf dem Rücken des Trägers auch trocken bleiben..
Wir machen die Tour teilweise mit Träger und teilweise mit den Rindviechern. Bei den Tieren handelt es sich um eine Züchtung aus einem YAK aus Nepal und Hausrindern. Die Tiere heißen hier DZO und werden unsere Ausrüstung und Gepäck tragen.
Denke die Sache wird recht rustikal und ursprünglich werden. Vor allem wenn es anfängt zu schneien..
Weiter gilt: "Ober sticht Unter" oder "LKW verdrängt Pkw, PKW - Motorrad, Motorrad - Fußgänger usw..
das Unerklärliche ist aber: Es funktioniert!! Auch wenn an einer Einmündung aus einem Fahrstreifen drei oder vier gemacht werden, dann noch einer entgegen der Fahrtrichtung kommt - es klappt. Warum? Weil man trotz allem vorsichtig fährt und Rücksicht nimmt. Interessant oder? In Deutschland undenkbar..hier würde jeder auf sein Recht beharren und fahren..
Am Flughafen wieder die gleiche Eincheckprodzedur:
Am Eingang Ticket vorzeigen, sonst kommt man erst gar nicht in den Flughafen rein. E-Ticket Inhaber müssen sich das an einem Stand ausserhalb ausdrucken lassen
Dann wird das Gepäck sicherheitsüberprüft
Nun darf man einchecken
Das Handgepäck wird mit Anhänger versehen und man wird erneut im Sicherheitsbereich gecheckt. Hierbei wird das Handgepäck auf den Anhängern abgestempelt und das Ticket abgestempelt
Beim Boarden wird dann Ticket und Stempel überprüft. Man darf ans Flugzeug.
Besteigt man das Flugzeug wird das Ticket entwertet und man darf sich endlich auf seinen Platz setzen.
Leider haben wir vom Flugzeug aufgrund Wolken den Himalaya nicht gesehen. In Bagdora angekommen, erfreuen wir uns an kühlen 23 Grad. Welch ein Unterschied zu dem heißen Kalkutta. Fahren mit einem Pre-Paid Taxi nach Siliguri.
Pre-Paid Taxi kosten etwas mehr wie die normalen Taxi. Haben aber den Vorteil, dass man mit den Fahrern nicht rummachen muss, wegen dem Preis etc. Man wird nicht über den Tisch gezogen mit falschen Entfernungsangaben oder mit Fahrer die Umwege fahren um so mehr Geld zu bekommen (meistens ist man ja fremd in der Stadt, wenn man mit dem Flieger ankommt). Man zahlt an einem Schalter im Flughafen die Gebühr unter Nennung seines Fahrziels im Vorraus. Man bekommt einen Gutschein über die Gebühr mit dem Kennzeichen des Taxis, welches einem transportiert. Dem Fahrer, der vor dem Flughafen wartet, händigt man NACH Erreichen des Fahrziels den Gutschein aus - dieser wird dann von ihm später wieder eingelöst.
In Siliguri angekommen, ergattern wir ein Share-Taxi und fahren los nach Darjeeling.
Ein Share-Taxi ist ein Taxi das ein fixes Fahrtziel hat und man sich den Fahrtpreis unter allen Fahrgästen aufteilt. Man fährt idR erst los, wenn die Karre voll ist. Nun, wir saßen in einem Jeep russischer oder indischer Bauart. Neben dem Fahrer saßen 10! Personen insgesamt im Auto. Vorne mit Fahrer 3, Rückbank 4, im Heck jeweils re und li 2 (also auch 4). Gepäck wird auf dem Dach festgemacht.. So fuhren wir ca. 2h hoch und immer höher. Wir wurden in weiße Watte eingepackt. Der Fahrer hatte Sicht von ca. 10m, wenn die Wolken mal aufrissen, hatte man einen wahnsinnigen Blick auf die Berge und rießige Teeplantagen. Aber auch auf Abgründe, die neben der Fahrbahn verliefen und mahnten, dass ein Fehler des Fahrers das AUS bedeuten würde.
Wir sahen unterwegs den Toytrain fahren. Eine Eisenbahn aus den Anfängen des Jahrhunderts. Zwei der Züge, welche regelmäßig verkehren, werden noch mit Kohle beheizt...
In Darjeeling angekommen musste ich erstmal meine Jacke auspacken. Ich schwitzte das erste Mal seit Wochen nicht mehr, sonder mir war nun kalt. Es dürften so um die 12 Grad gewesen sein..
Fanden ein schönes Hotel..DEKELING (google it!).
Heute morgen wurden wir von strahlend blauem Himmel und Sonne geweckt. Der Himalaya - vor allem der Kanchenzonga dominierte mit seinen schneebedeckten Flanken. Ganz klein war auch der Mount Everest zu erkennen.
Hier in Darjeeling gibt es ja bekanntlich viel Tee. Besuchen eine Teefabrik und lassen uns von einem Angestellten durch die Firma begleiten und uns den Ablauf der Teeproduktion erklären. Kaufen dann natürlich auch gleich ein paar Packungen Tee. Hinterher lassen wir uns zwischen Teesträuchern die recht warme Sonne auf den Bauch scheinen. Es herrschen schon wieder T-Shirt Temp. Nach einer kleinen Wanderung und einen Stück Black-Forest Cake...hab ich schon erwähnt, dass die Inder totale Schleckermäuler sind? Nein? Heute in einer Bäckerei standen da 6 Schwarzwälderkirsch nebeneinander...6!! da musste ich einfach ein Stück kaufen oder?
gehts gings zur Trekkingagentur TREKMATE bei welcher wir unsern Trip nach Sikkim festmachten. Übermorgen gehts los. Eigentlich schon morgen früh.
D.h. die Anfahrt nach Yuksom dauert ungefähr 6h. 6h in einem bzw. zwei Share-Taxi verbringen, da wir einmal an der Grenze zu Sikkim umsteigen müssen:-) das wird was werden.
Starten dann in YUKSOM/Sikkim und gehen über Dzongri zum Goche La Pass.Schaut mal in Google Earth nach und geniest die Bilder! Dieser Pass liegt ca. 4900m hoch und gewährt tolle Blicke auf den Himalaya. Wir haben unseren eigenen Koch, Guide und Träger/Rindviecher dabei. Sind daher recht autonom. Da wir die meiste Zeit in Zelten übernachten werden, mussten wir heute noch einen Ausrüstungsceck machen und fehlende Dinge einkaufen, wie Entkeimungstabletten fürs Wasser, Energieriegel, Jogginghose zum Schlafen im Schlafsack,ersatzbatterien für die Taschenlampe usw.. Ich hatte nur Turnschuhe/Laufschuhe dabei. Dachte das diese reichen würden - nachdem mir aber alle, welchen den TREK durchgeführt hatten, davon abrieten, ging ich auf die Suche nach geeigneten Schuhen. Das ist bei Größe 45/46 in Indien gar nicht so einfach. Ich fand einfach keine!
Es gab aber eine ganz einfache Lösung: Ich bin zur Trekingagentur und hab denen mein Problem geschildert. Und - die Jungs hatten Schuhe zum Leihen im Schrank stehen. Ein chin. Modell/Nachbau des Maindl Bergschuhs passten wie angegossen. Also wieder alles gut. Noch schnell eine wasserdichte Tasche von North Face (Chinafake) für 12 Euro gekauft, damit die eigenen Sachen bei einem Regen auf dem Rücken des Trägers auch trocken bleiben..
Wir machen die Tour teilweise mit Träger und teilweise mit den Rindviechern. Bei den Tieren handelt es sich um eine Züchtung aus einem YAK aus Nepal und Hausrindern. Die Tiere heißen hier DZO und werden unsere Ausrüstung und Gepäck tragen.
Denke die Sache wird recht rustikal und ursprünglich werden. Vor allem wenn es anfängt zu schneien..
Donnerstag, 18. November 2010
Kalkutta
Heute war der letzte Tag in Kalkutta. Heute war nochmal shoppen angesagt und wir wollten uns eine Erlaubnis für den Bundesstaat Sikkim besorgen, da wir dort wahrscheinlich nun doch trekken gehen werden.
Sikkim war bis 1975 unabhängig und ein Königsstaat der vergessen im Himalaya schlummerte. Indien hat es damals annektiert, da China in Tibet sich breit machte... Die Menschen dort sprechen Nepali und bestehen zum großen Teil aus Nepali und Bhutan. Sikkim ist ca. 65x115km groß und grenzt an Nepal im Westen und China/Tibet im Norden und Buthan/Banglasdesh im Osten.
Man braucht für die Einreise eine Erlaubnis, die aber nicht für ganz Sikkim gilt und nur bestimme Orte im Osten/Westen beinhaltet. Der Norden ist total gesperrt. Das "Visum" gilt auch nur 15 Tage.
Wir bekamen das Permit ohne große Probleme, was uns etwas verwunderte. Stehen derzeit mit mehreren Agenturen in Verhandlung bezüglich eines Treks zum Dzongri/Goecha La Pass. Hier ist man 8 - 9 Tage unterwegs, schläft hauptsächlich in Zelten. Es ist ein Koch und ein Träger/Yaks dabei. Beim Trek kommt man bis auf 4900m hoch. Die Sicht im November auf den Himalaya und den Konchenzonga (dritthöchsten Berg der Welt) ist gigantisch, da Null Prozent Niederschlag und keine Wolken zu erwarten sind.
Dementsprechend kalt wird es werden. Nun, wir sind mit Badehose und Shorts für GOA ausgerüstet :-). Natürlich haben wir auch Goretexjacke und Trekkinghose dabei, aber für diese extremen Temp. die dort zu erwarten sind, müssen wir uns morgen abend in Darjeeling ausstatten.
Es stand noch zur Debatte, das wir vom Flughafen Bagdora (ca. 80km von Darjeeling entfernt) gleich zum Ausgangsort der Trekkingtour fahren (Yuksom in Sikkim) aber das ist nicht so einfach bzw. nicht möglich. Von Bagdora braucht man mit einem Jeep ca. 3Std bis Darjeeling und nochmal 5h bis Yuksom. Das schaffen wir nicht. Wir haben überlegt ob wir mit dem Helikopter von Bagdora bis Gangtok (Hauptstadt von Sikkim, Kosten 2200 Rupien..das sind ca. 38 Euro..)fliegen, aber von dort kommen wir auch erst am nächsten Tag nach Yuksom. Also ausser einem geilen Flug mit dem Heli über/nahe dem Himalaya nichts gewonnen.
Waren heute abend nochmal sehr gut indisch essen. Fragen uns echt, warum es in Deutschland keine gescheiten indischen Restaurants gibt. Wenn man hier den Vergleich hat, sind die Restaurants, in welchen wir in D bislang indisch essen waren echt kacke. Da kocht jeder Imbiss hier besser - dabei ist das gar nichts schwer...Eins wissen wir jedenfalls..den Indern in HN wrden wir mit Sicherheit nicht mehr besuchen...der kann nämlich gar nix.
Mein Koffer ist ziemlich leer geworden. Hatte ja (wie üblich) nur alte T-Shirts und Hosen mitgenommen, welche sowieso in den Altkleidercontainer gefallen wären). Hier auf den Straßen Kalkuttas finden die Sachen gute Abnehmer. Hab hier im Viertel ca. 6-7 sehr arme Menschen damit bedient. So kommen die Sachen jedenfalls direkt an. Meistens nehm ich auch die Seife/Kamm/Shampoo aus dem Hotel mit und verschenk es an Bettler. Mit dem Geld ist das so einen Sache.. Schenk lieber Sachgüter..Hab auch schon ein Esssen an einem Stand gekauft und es einem Bettler geschenkt.
Was nervt sind die vielen Sinti/Roma Bettler. Die erkennt man sofort an ihren Kleidern u sehr frechem Verhalten. Die kriegen gar nix.. das sind auch diejeningen, welche oft ihre kleinen, zerlumpten Kinder vorschicken, damit diese den Touristen oder Indern das Geld aus der Tasche ziehen.
Was auch typisch Indisch ist und für Deutschland undenkbar. Hier sind Luxus und tiefste Armut direkt nebeneinander bzw. miteinander verwurzelt. Da gibts zum Beispiel in der Parkstreet in Kalkutta - eine DER Einkaufsstrassen einen ROLEX Laden. Unmittelbar neben dem Laden befindet sich auf einer Fläche von 10x15m eine Müllablagestelle auf der Strasse. Hier suchen die Ärmsten nach Essen. Ein Teil dieser Menschen leben vor dem Rolexladen auf der Straße.. In D wären diese nach 10min von der Polizei verscheucht und der Besitzer des Rolexladen hätte bei der Stadt den Antrag gestellt, dass der Müllplatz woanders hinverlegt wird, da die Kundschaft ausbleibt oder erst gar nicht kommt.
Andere Länder - andere Sitten..an dem Spruch ist was dran..
Grüße aus Kalkutta
coco
Sikkim war bis 1975 unabhängig und ein Königsstaat der vergessen im Himalaya schlummerte. Indien hat es damals annektiert, da China in Tibet sich breit machte... Die Menschen dort sprechen Nepali und bestehen zum großen Teil aus Nepali und Bhutan. Sikkim ist ca. 65x115km groß und grenzt an Nepal im Westen und China/Tibet im Norden und Buthan/Banglasdesh im Osten.
Man braucht für die Einreise eine Erlaubnis, die aber nicht für ganz Sikkim gilt und nur bestimme Orte im Osten/Westen beinhaltet. Der Norden ist total gesperrt. Das "Visum" gilt auch nur 15 Tage.
Wir bekamen das Permit ohne große Probleme, was uns etwas verwunderte. Stehen derzeit mit mehreren Agenturen in Verhandlung bezüglich eines Treks zum Dzongri/Goecha La Pass. Hier ist man 8 - 9 Tage unterwegs, schläft hauptsächlich in Zelten. Es ist ein Koch und ein Träger/Yaks dabei. Beim Trek kommt man bis auf 4900m hoch. Die Sicht im November auf den Himalaya und den Konchenzonga (dritthöchsten Berg der Welt) ist gigantisch, da Null Prozent Niederschlag und keine Wolken zu erwarten sind.
Dementsprechend kalt wird es werden. Nun, wir sind mit Badehose und Shorts für GOA ausgerüstet :-). Natürlich haben wir auch Goretexjacke und Trekkinghose dabei, aber für diese extremen Temp. die dort zu erwarten sind, müssen wir uns morgen abend in Darjeeling ausstatten.
Es stand noch zur Debatte, das wir vom Flughafen Bagdora (ca. 80km von Darjeeling entfernt) gleich zum Ausgangsort der Trekkingtour fahren (Yuksom in Sikkim) aber das ist nicht so einfach bzw. nicht möglich. Von Bagdora braucht man mit einem Jeep ca. 3Std bis Darjeeling und nochmal 5h bis Yuksom. Das schaffen wir nicht. Wir haben überlegt ob wir mit dem Helikopter von Bagdora bis Gangtok (Hauptstadt von Sikkim, Kosten 2200 Rupien..das sind ca. 38 Euro..)fliegen, aber von dort kommen wir auch erst am nächsten Tag nach Yuksom. Also ausser einem geilen Flug mit dem Heli über/nahe dem Himalaya nichts gewonnen.
Waren heute abend nochmal sehr gut indisch essen. Fragen uns echt, warum es in Deutschland keine gescheiten indischen Restaurants gibt. Wenn man hier den Vergleich hat, sind die Restaurants, in welchen wir in D bislang indisch essen waren echt kacke. Da kocht jeder Imbiss hier besser - dabei ist das gar nichts schwer...Eins wissen wir jedenfalls..den Indern in HN wrden wir mit Sicherheit nicht mehr besuchen...der kann nämlich gar nix.
Mein Koffer ist ziemlich leer geworden. Hatte ja (wie üblich) nur alte T-Shirts und Hosen mitgenommen, welche sowieso in den Altkleidercontainer gefallen wären). Hier auf den Straßen Kalkuttas finden die Sachen gute Abnehmer. Hab hier im Viertel ca. 6-7 sehr arme Menschen damit bedient. So kommen die Sachen jedenfalls direkt an. Meistens nehm ich auch die Seife/Kamm/Shampoo aus dem Hotel mit und verschenk es an Bettler. Mit dem Geld ist das so einen Sache.. Schenk lieber Sachgüter..Hab auch schon ein Esssen an einem Stand gekauft und es einem Bettler geschenkt.
Was nervt sind die vielen Sinti/Roma Bettler. Die erkennt man sofort an ihren Kleidern u sehr frechem Verhalten. Die kriegen gar nix.. das sind auch diejeningen, welche oft ihre kleinen, zerlumpten Kinder vorschicken, damit diese den Touristen oder Indern das Geld aus der Tasche ziehen.
Was auch typisch Indisch ist und für Deutschland undenkbar. Hier sind Luxus und tiefste Armut direkt nebeneinander bzw. miteinander verwurzelt. Da gibts zum Beispiel in der Parkstreet in Kalkutta - eine DER Einkaufsstrassen einen ROLEX Laden. Unmittelbar neben dem Laden befindet sich auf einer Fläche von 10x15m eine Müllablagestelle auf der Strasse. Hier suchen die Ärmsten nach Essen. Ein Teil dieser Menschen leben vor dem Rolexladen auf der Straße.. In D wären diese nach 10min von der Polizei verscheucht und der Besitzer des Rolexladen hätte bei der Stadt den Antrag gestellt, dass der Müllplatz woanders hinverlegt wird, da die Kundschaft ausbleibt oder erst gar nicht kommt.
Andere Länder - andere Sitten..an dem Spruch ist was dran..
Grüße aus Kalkutta
coco
Mittwoch, 17. November 2010
Sunderbans Tigerreservat 14-.16.11.2010
Wir haben uns lange überlegt wie wir ins Gebiet um die Sunderbans gelangen könnten, um dort eine Tigersafari durchzuführen.
Der Weg dorthin ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln äußerst schwierig. Daher fiel die Entscheidung eine geführte Tour zu machen relativ einfach, wenn dies auch Abstriche in der Individualität einer solchen Reise macht. Aber einen “Tod” muss man halt sterben…
Die Entscheidung fiel auf eine Agentur, welche direkt mit dem Sunderbans Tiger Reservation - das ist eine Abteilung der staatlichen Forstbehörde, zusammenarbeitet. Das Paket für 2 Übernachtungen war leider ausgebucht, so dass wir nur 2 Tage mit einer Übernachtung buchen konnten. Das ganze wurde für 105 Dollar angeboten und erschien recht billig.
Wir trafen uns im Süden von Kalkutta an einem sehr bekannten großen Kino. Als wir ankamen wartete der Bus schon. Wir hatten zu viert eine 20 Sitzer Bus für uns. Es kamen auch keine anderen Gäste mehr dazu.
Die Fahrt in die Sunderbans dauerte ca. 3h. Unterwegs hielt der Bus am Strassenrand, da er eine Reifenpanne hatte. Der Reifen wurde kurzerhand abmontiert und vor Ort geflickt. Der Fahrer hielt hierzu direkt vor einem verfallenen Zelt. Das Zelt stellte sich als Reparaturwerkstatt heraus. Diese wurde auf dem Asphalt der dreispurigen Autobahn durchgeführt. Im Zelt befand sich sogar ein Notstromaggregat, welches dann einen Kompressor betrieb, damit die Luft in den Reifen gepumpt werden konnte. Ich kann immer nur wieder staunen, wie die Inder unter welchen Bedingungen arbeiten oder Sachen reparieren…
In den Sunderbans angekommen fuhren wir noch weitere 2h mit einem größeren Boot, bis wir an unserem Ziel dem Tiger Camp ankamen.
Wir besuchten noch am späten Nachmittag einen Watch Tower. Ich fand dies aber einen Witz, da der Tower ständig von Leuten besucht wird, er in einer Anlage liegt, wo Leute wohnen, großer Lärm herrscht. Da kann man im Leben keinen Tiger sehen.
Am Abend wurden wir vor dem Essen zu einer Folkloreveranstaltung genötigt insgesamt befanden sich 14 Tänzer/innen und drei Musiker auf einer Bühne und führten indischen Dorftänze auf. Wir waren ganze 6 Leute im Publikum. 2 ältere Franzosen, die sich keine Sekunde bewegten (ich hatte schon Angst, sie wären an einem Bolustod gestorben..) und zwei Aussis (auch älter) die sich ab und zu bewegten, aber auch sonst nicht viel Leben zeigten. Und wir zwei. Ich hab dann wenigstens immer zum Schluss geklatscht und gelacht, damit die Leute etwas Zuspruch erhielten. Die Sache war so peinlich, dass es schon wieder witzig war, das Ganze mitzumachen.
Nun auch das überstanden wir gut. Was aber dann kam, hat mich ganz schön auf die Palme gebracht…Freiheitsberaubung im Urlaub!!! Wir wollten nach dem Essen ein wenig auf dem Weg vor dem Resort spazieren gehen und ein paar Bilder vom Fluss im Mondschein machen. Es war sternenklar und der Mond schien hell. Nun, die Tür vom Ressort nach draussen war abgeschlossen. Der Kommentar: It´s not allowed for foreigners to go outside after 8 o´clock. It´s against the law… Haaallloooo???
Ich hab dann noch mal nachgefragt, welches Law (Gesetz) es verbietet nach draußen zu gehen. Ich beweg mich ja in Mumbai und Delhi/Kalkutta ja auch deutlich nach 20h draußen. Das konnte mir dann keiner sagen. Es wurde nur verlegen gelacht.
Es wurde mir dann spaeter mitgeteilt, dass es eine Reservatsregel wäre. Ok,sagte ich, aber wir sind nicht im Reservat. Dieses ist auf der anderen Flussseite. Ich sagte, dass ich mich wie im Gefängnis fühle. Es half alles nix. Ich durfte nicht raus.
Die Jungs hatten nur Schiss, dass dem doofen Europäer irgendwas passiert. Dass ihm vielleicht eine Kobra über den Fuß läuft, oder er sich verirrt oder was weiß ich. Nici hat sich totgelacht.
Sie meinte nur: “Das was ich mich nicht traue - Dich in deiner Freiheit zu beschränken, dass machen grad ein paar “Indische” mit Dir.”
Ich fand das nicht witzig.
Hab mir echt ueberlegt, ob ich gegen das Resort und die Waechter Strafanzeige wegen “Freiheitsberaubung im Urlaub” stelle :)
ich kann mir schon die Aufregung auf der indischen Polizeistation vorstellen, wenn ich da auftauche.
aber das ist mir mittlerweile zu doof. Am naechsten Morgen wurden wir um 5.30h mit einem Morgentee geweckt. 6.30h war Abfahrt. Es herrschte totaler Nebel. Sicht 10m!! Es war total still und echt klasse so im Nebel durch die Mangrovenwaelder zu fahren.
Wir sahen eine Menge Kingfisher (Eisvoegel) fliegen. In den Sunderbans gibts es wohl an die 80 Arten von Eisvoegeln. Weiter haben wir Warane und Affen gesehen. Mehrere Salzwasserkrokodile und ein Wildschwein. Jede Menge Rehe und ah – der Tiger. Den haben wir leider nicht gesehen. Was wir gesehen haben waren Spuren. Erst ein paar alte Stapfen…da war schon Wasser drin.. dann aber Spuren von 2 Tigern. Die Jungs waren sehr aufgeregt. Sie meinten weniger als 1h. Vielleicht sogar nur Minuten und die beiden Tiger wurden durch den Schiffsmotor gestoert.
Wir waren dann auch auf zwei Beobachtungstuermen und haben von dort versucht Wild zu beobachten. Nun – die durchschnittliche Zeit auf so einem Turm betrug 20min. Da kann man nicht viel sehen… Wir waren zwar nur zu viert (Aussipaar und wir).. aber wenn der Herr Aussi von Down Under meint, er muss zum Tierbeobachten ein ROTES POLO anziehen..vor allem weil in der Natur ROT so oft vorkommt….dann waren die Chancen NULL. Es war gut zu beobachten wie die wenigen Warane und Rehe sofort in den Busch sprangen als Mr. ROTSHIRT den Beobachtungsturm betrat. Natuerlich hat er sich auch nicht in die Ecke gestellt oder geduckt. Nein – er stellte sich so hin, dass sein Shirt weit sichtbar war…:) man man man..
Um Tiger zu sehen muss man im Dez oder Jan dorthin fahren und mehrere Tage bleiben. Man muesste sich ein Boot selbst mieten (nicht so teuer) und mit einem Guide die Fluesse abfahren. Es gibt einen Turm an welchem die meisten Tiger bisher gesichtet wurden. Dort muesste man im Morgengrauen sein, wenn die Tiere zum trinken kommen.
Ich konnte meine Geheimwaffe gar nicht spruehen. Ich hab mit dem Chefguide gesprochen – er kannte meine Geheimwaffe und verbat mir diese zu verspruehen. Er meinte das waere zu gefaehrlich. Die Tiger wuerden nicht mehr gehen!! Wir wuerden den Tower nicht mehr verlassen koennen ohne die Tiere zu betaeuben oder gar zu toeten. Es waere ausserdem verboten (wie alles in Indien)..smile.
Fazit:
Wir haben den Ausflug trotz allem sehr genossen. Die Natur im Gangesdelta mit seinen Mangrovenwaeldern ist wunderschoen. Die Sunderbans stellen mit ihren 57qkm eines der groessten Flussdelta der Erde dar. Bangladesh ist nur 25km entfernt. Dies ist an den Menschen feststellbar. Die Inder hier sprechen alle nur Bengal. Kein Englisch oder Hindi. In den Schulen wird auch nur Bengal gelehrt. Vom optischen sind die Menschen recht klein und zierlich und sehen gegenueber den grossen Indern von der Ostkueste um Kerala gar nicht aehnlich. Auch interessant.
Der Weg dorthin ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln äußerst schwierig. Daher fiel die Entscheidung eine geführte Tour zu machen relativ einfach, wenn dies auch Abstriche in der Individualität einer solchen Reise macht. Aber einen “Tod” muss man halt sterben…
Die Entscheidung fiel auf eine Agentur, welche direkt mit dem Sunderbans Tiger Reservation - das ist eine Abteilung der staatlichen Forstbehörde, zusammenarbeitet. Das Paket für 2 Übernachtungen war leider ausgebucht, so dass wir nur 2 Tage mit einer Übernachtung buchen konnten. Das ganze wurde für 105 Dollar angeboten und erschien recht billig.
Wir trafen uns im Süden von Kalkutta an einem sehr bekannten großen Kino. Als wir ankamen wartete der Bus schon. Wir hatten zu viert eine 20 Sitzer Bus für uns. Es kamen auch keine anderen Gäste mehr dazu.
Die Fahrt in die Sunderbans dauerte ca. 3h. Unterwegs hielt der Bus am Strassenrand, da er eine Reifenpanne hatte. Der Reifen wurde kurzerhand abmontiert und vor Ort geflickt. Der Fahrer hielt hierzu direkt vor einem verfallenen Zelt. Das Zelt stellte sich als Reparaturwerkstatt heraus. Diese wurde auf dem Asphalt der dreispurigen Autobahn durchgeführt. Im Zelt befand sich sogar ein Notstromaggregat, welches dann einen Kompressor betrieb, damit die Luft in den Reifen gepumpt werden konnte. Ich kann immer nur wieder staunen, wie die Inder unter welchen Bedingungen arbeiten oder Sachen reparieren…
In den Sunderbans angekommen fuhren wir noch weitere 2h mit einem größeren Boot, bis wir an unserem Ziel dem Tiger Camp ankamen.
Wir besuchten noch am späten Nachmittag einen Watch Tower. Ich fand dies aber einen Witz, da der Tower ständig von Leuten besucht wird, er in einer Anlage liegt, wo Leute wohnen, großer Lärm herrscht. Da kann man im Leben keinen Tiger sehen.
Am Abend wurden wir vor dem Essen zu einer Folkloreveranstaltung genötigt insgesamt befanden sich 14 Tänzer/innen und drei Musiker auf einer Bühne und führten indischen Dorftänze auf. Wir waren ganze 6 Leute im Publikum. 2 ältere Franzosen, die sich keine Sekunde bewegten (ich hatte schon Angst, sie wären an einem Bolustod gestorben..) und zwei Aussis (auch älter) die sich ab und zu bewegten, aber auch sonst nicht viel Leben zeigten. Und wir zwei. Ich hab dann wenigstens immer zum Schluss geklatscht und gelacht, damit die Leute etwas Zuspruch erhielten. Die Sache war so peinlich, dass es schon wieder witzig war, das Ganze mitzumachen.
Nun auch das überstanden wir gut. Was aber dann kam, hat mich ganz schön auf die Palme gebracht…Freiheitsberaubung im Urlaub!!! Wir wollten nach dem Essen ein wenig auf dem Weg vor dem Resort spazieren gehen und ein paar Bilder vom Fluss im Mondschein machen. Es war sternenklar und der Mond schien hell. Nun, die Tür vom Ressort nach draussen war abgeschlossen. Der Kommentar: It´s not allowed for foreigners to go outside after 8 o´clock. It´s against the law… Haaallloooo???
Ich hab dann noch mal nachgefragt, welches Law (Gesetz) es verbietet nach draußen zu gehen. Ich beweg mich ja in Mumbai und Delhi/Kalkutta ja auch deutlich nach 20h draußen. Das konnte mir dann keiner sagen. Es wurde nur verlegen gelacht.
Es wurde mir dann spaeter mitgeteilt, dass es eine Reservatsregel wäre. Ok,sagte ich, aber wir sind nicht im Reservat. Dieses ist auf der anderen Flussseite. Ich sagte, dass ich mich wie im Gefängnis fühle. Es half alles nix. Ich durfte nicht raus.
Die Jungs hatten nur Schiss, dass dem doofen Europäer irgendwas passiert. Dass ihm vielleicht eine Kobra über den Fuß läuft, oder er sich verirrt oder was weiß ich. Nici hat sich totgelacht.
Sie meinte nur: “Das was ich mich nicht traue - Dich in deiner Freiheit zu beschränken, dass machen grad ein paar “Indische” mit Dir.”
Ich fand das nicht witzig.
Hab mir echt ueberlegt, ob ich gegen das Resort und die Waechter Strafanzeige wegen “Freiheitsberaubung im Urlaub” stelle :)
ich kann mir schon die Aufregung auf der indischen Polizeistation vorstellen, wenn ich da auftauche.
aber das ist mir mittlerweile zu doof. Am naechsten Morgen wurden wir um 5.30h mit einem Morgentee geweckt. 6.30h war Abfahrt. Es herrschte totaler Nebel. Sicht 10m!! Es war total still und echt klasse so im Nebel durch die Mangrovenwaelder zu fahren.
Wir sahen eine Menge Kingfisher (Eisvoegel) fliegen. In den Sunderbans gibts es wohl an die 80 Arten von Eisvoegeln. Weiter haben wir Warane und Affen gesehen. Mehrere Salzwasserkrokodile und ein Wildschwein. Jede Menge Rehe und ah – der Tiger. Den haben wir leider nicht gesehen. Was wir gesehen haben waren Spuren. Erst ein paar alte Stapfen…da war schon Wasser drin.. dann aber Spuren von 2 Tigern. Die Jungs waren sehr aufgeregt. Sie meinten weniger als 1h. Vielleicht sogar nur Minuten und die beiden Tiger wurden durch den Schiffsmotor gestoert.
Wir waren dann auch auf zwei Beobachtungstuermen und haben von dort versucht Wild zu beobachten. Nun – die durchschnittliche Zeit auf so einem Turm betrug 20min. Da kann man nicht viel sehen… Wir waren zwar nur zu viert (Aussipaar und wir).. aber wenn der Herr Aussi von Down Under meint, er muss zum Tierbeobachten ein ROTES POLO anziehen..vor allem weil in der Natur ROT so oft vorkommt….dann waren die Chancen NULL. Es war gut zu beobachten wie die wenigen Warane und Rehe sofort in den Busch sprangen als Mr. ROTSHIRT den Beobachtungsturm betrat. Natuerlich hat er sich auch nicht in die Ecke gestellt oder geduckt. Nein – er stellte sich so hin, dass sein Shirt weit sichtbar war…:) man man man..
Um Tiger zu sehen muss man im Dez oder Jan dorthin fahren und mehrere Tage bleiben. Man muesste sich ein Boot selbst mieten (nicht so teuer) und mit einem Guide die Fluesse abfahren. Es gibt einen Turm an welchem die meisten Tiger bisher gesichtet wurden. Dort muesste man im Morgengrauen sein, wenn die Tiere zum trinken kommen.
Ich konnte meine Geheimwaffe gar nicht spruehen. Ich hab mit dem Chefguide gesprochen – er kannte meine Geheimwaffe und verbat mir diese zu verspruehen. Er meinte das waere zu gefaehrlich. Die Tiger wuerden nicht mehr gehen!! Wir wuerden den Tower nicht mehr verlassen koennen ohne die Tiere zu betaeuben oder gar zu toeten. Es waere ausserdem verboten (wie alles in Indien)..smile.
Fazit:
Wir haben den Ausflug trotz allem sehr genossen. Die Natur im Gangesdelta mit seinen Mangrovenwaeldern ist wunderschoen. Die Sunderbans stellen mit ihren 57qkm eines der groessten Flussdelta der Erde dar. Bangladesh ist nur 25km entfernt. Dies ist an den Menschen feststellbar. Die Inder hier sprechen alle nur Bengal. Kein Englisch oder Hindi. In den Schulen wird auch nur Bengal gelehrt. Vom optischen sind die Menschen recht klein und zierlich und sehen gegenueber den grossen Indern von der Ostkueste um Kerala gar nicht aehnlich. Auch interessant.
Dienstag, 16. November 2010
Sunderbans
Halllo, wir waren die letzten beide Tage in den Sunderbans. Das ist ein Tigerreservat nahe der Grenze zu Bangladesh. Kein Telefon/Internet usw. Heute in Kalkutta erstmals seit 10 Tagen ein Internetcafe gefunden und meine Posts eingestellt. Bericht von den Sunderbans folgt in den naechsten beiden Tagen. Bleiben bis 19. in Kalkutta. Wollen morgen abend zum Fussballspiel FC Bayern Allstars gg. Kalkutta Allstars. Die machen ueberall Werbung von den German Gigants. smile. Ich und Fussball..hahaha.. aber was macht man nicht alles in der Fremde fuer Sachen...Siehe Facebook und die Bilder von mir mit der Koenigskobra in der Hand...gruesse aus Kalkutta.. coco
Mysore und der Weg nach Kalkutta
Nach etwas Sport auf der Hotelterrasse (Body Combat) ging´s erstmal zum Frühstück. Nach nur 40min waren wir platt. Der Planet brannte bereits um 8h so stark, dass an ein Powerprogramm nicht zu denken war. Wir treffen noch kurz den Polizisten von gestern und fahren mit dem 303er Bus, der alle 20min den Brindavan Garden anfährt nach Mysore. Wir besichtigen den Palast von Mysore.
Zuerst müssen wir aber unsere Kameras abgeben. Es ist im Palast verboten zu fotografieren. Bilder dürfen nur von außen gemacht werden. Sehr imposant! Googelt das Teil mal. Als wir drin waren ist mir echt die Spucke weggeblieben. So etwas prächtiges habe ich noch nie gesehen. Der Palast wurde im indo-sarazenischen Stil Ende des 18.Jhd gebaut. Er hatte schon Strom - was damals das modernste war. Nachts wurde er von 97.000 Glühbirnen erleuchtet. Im Innern befinden sich Türen, welche komplett mit Silber beschlagen und feinste Silberarbeiten aufweisen. Große Säle die mit Säulen in rot/grün/gold gehalten wurden und durch riesige Spiegel an den Wänden noch einmal optisch vergrößert wurden. Farbige Fensterscheiben lassen ein warmes, schönes Licht im Palast erscheinen. Wenn man sich 1001 Nacht vorstellt, dann genau so!
Die “Indischen” spielen verrückt. Es ist ein Geschrei und ein Geschiebe in dem Palast, dass man den Audio-Guide (den es in deutsch gibt) kaum verstehen kann.
Gehen von dem Palast erstmal in ein Cafe um eine “Berieselungspause” einzulegen. Anschließend fahren mit einer Rikscha zu der staatl. Sandelholzölfabrik und staatl. Seidenfabrik in Mysore. Mysore ist genau für die beiden Produkte sehr bekannt - Seide und Sandelholz. In der Fabrik bekommen wir eine exklusive Führung. Ich muss feststellen, dass die Produktion des Sandelholzöls mit Maschinen vorgenommen wird, die 1934 und 1917 errichtet wurden. Für einen Arbeitsprozess zur Herstellung von Öl werden 6 Tonnen Kohle benötigt. So wundert es kaum, dass 5ml reines Sandelholzöl an die 10 Euro kosten.
Weiter ging´s zur Seidenfabrik. Dort hat es uns überhaupt nicht gefallen. “Not my style” hab ich sehr oft sagen müssen.
Wir besuchen hinterher noch den Chamundi Hill - eine Erhebung von ca. 1000m.. Es ist einer der 8 heiligsten Berge von Indien. Oben steht ein Tempel. Die Aktion haut mich nicht gerade vom Hocker… Die Aussicht auf die Ebene um Mysore ist nicht schlecht, das schöne Wetter und das mittlerweile milde Licht des späten Nachmittags versöhnen mich wieder. Es geht noch über den Basar, wo es unzählige Stände mit Früchten, Blumen und Farben zu bewundern gilt. An einem Geschäft für Seide bleiben wir schließlich hängen. Ich setz mich hin und lass mich berieseln. Ich glaube zum Schluss lagen da 200 Schals auf dem Tresen auf ca. 8m. Grinz. Einige fanden aber auch den Weg vom Tresen in eine Tasche und gingen mit uns auf die Reise
Wir fahren mit dem Bus zurück ins Hotel, vergaßen aber, dass BRINDAVAN GARDEN - da wo unser Hotel ist, DASS Ereignis für Inder ist. In unzähligen Bollywoodfilmen kommt der Garten als Hintergrund vor. Da müssen natürlich alle Inder hin. Zu berühmten Filmmusiken wird dann einen Lightshow und Wassershow mit Springbrunnen vorgeführt. Jeden Abend sind da bestimmt über 5000 - 8000 Menschen in dem Park. So ist der Bus hoffnungslos überfüllt und ich muss die ganze Zeit stehen. Ich steige am Anfang vorne in den Bus ein. Mir fällt auf, dass die ganzen Männer hinten sind und mich blöde anglotzen. Ich erfahre, dass nach Einbruch der Dunkelheit in Bussen die Männer hinten und die Frauen vorne sitzen. Also muss ich nach hinten gehen.
Mir geht’s gesundheitlich wieder besser. Nici hat dagegen nun Magenprobleme. Aber ich glaube, dass ist in Indien normal.
Heute ist Reisetag durch halb Indien! Ich sitz grad im Flieger und lass den Tag Revue passieren...hack meine Gedanken ins Laptop..
Aber von Beginn… Stehen spät auf und kommen nicht so richtig in die Gänge. Beim Auschecken vergisst Nici ihre Kreditkarte an der Rezeption. Wir befinden uns zu dem Zeitpunkt schon ca. 1km entfernt an einer Bushaltestelle. Ein Security des Hotels kommt auf uns zu und teilt mit, dass die Karte an der Rezeption liegt. Nici rennt los. Ich warte beim Gepäck. Nach kurzer Zeit kommen Nici und die Karte zurück - aber kein Bus in Sicht. Wir warten 50min!!! - die Zeit läuft uns davon - dies werden wir im Laufe des Tages noch öfters spüren. Nach ca. 5min Busfahrt steigt eine ca. 50köpfige Schulklasse 14-15jähriger Jungs und Mädels ein. Der Geräuschpegel steigt auf unerträglich. Natürlich bleiben diese die ganze Stunde im Bus bis dieser in Mysore mit Verspätung ankommt. Die Zeit läuft erneut… Wir laufen zum Busbahnhof für Fernverkehr. Erwischen einen AC Bus, der für 170 Rupien nach Bangalore fährt. Es ist ein deutlich älterer Bus, wie der mit welchem wir von Bangalore kamen. Dieser hatte Getränk und Tageszeitung parat. Der hier nix außer ein paar Überraschungen.
Ich frage den Fahrer wann wir in Bangalore ankommen - es ist 13h als wir losfahren. Er meint “Three” und meint damit wohl wie lange der Bus unterwegs ist. Ich frage ihn - “Non Stopp” er “Yes, Sir”.
Um 14.30h machen wir Pause. Soviel zu Non Stopp. Als wir losfahren stell ich fest, dass wir genau die Hälfte der Strecke geschafft haben. Kurze Zeit später hält der Bus und der “Schaffner” geht kurz hinter den Bus. Nach weiteren 5min Fahrt und einem Halt, geht der Fahrer nach hinten. Ich sag´ zu Nici, dass hier was nicht stimmt - und richtig, nach nur einer kurzen Fahrt von 10min, hält der Bus erneut, nun für immer. Den der Motor ist am Arsch. Wir raus aus dem Bus und dem Fahrer klargemacht, dass ein Flugzeug in Bangalore nicht auf uns warten wird, wenn wir später wie 17.30h am Flughafen sein sollten.. Der Fahrer hält kurzerhand den nächstbesten Bus an (wir befinden uns auf der Autobahn) und alle Fahrgäste steigen in den neuen Bus ein. Der ist noch älter als der bisherige und hat gar keinen Komfort. Egal, Hauptsache wir kommen an. Wir ärgern uns, dass wir nicht gleich vom Hotel ein Taxi zum Busbahnhof genommen haben. Das hätte uns heute 1,5h gespart und jeden Menge Stress.. Aber es sind die Relationen, die einem manchmal zu Fehlentscheidungen bewegen oder an der falschen Stelle sparen lassen. Uns hat der Preis von 500 gegenüber 24 Rupien einfach das Gehirn irgendwie vernebelt, anders kann ich es nicht beschreiben. 500 wären 8 Euro - für eine Strecke von 20km für uns ob. 24 Rupien sind 40ct….
Aber so ist das halt… wir kommen um 16.30h am Busbahnhof in Bangalore an. Dort fahren keine Taxis zum Flughafen - der übrigens 35km vor den Toren der Stadt liegt. Also mit Rikscha zum nahegelegenen Bahnhof gefahren und ein Taxi gesucht. Der Fahrer wittert fette Beute und nützt unsere Not aus. Er will 900 für die Fahrt. 600 wären normal. Diesmal schalte ich mein Hirn ein und stelle fest dass die 300 (5 Euro) mehr, die Kosten für den Flug und das bereits in Kalkutta gebuchte Hotel nicht ausgleichen. Wir fahren los. In Bangalore herrscht Verkehrschaos. Ich muss erneut feststellen, dass Indien die schlechtesten Straßen der Welt hat. Was es hier an Schlaglöchern, Bodenwellen, kaputten Asphalt gibt, findet man nur im Irak oder Afghanistan - und dort herrscht oder herrschte Krieg.. Ich erhöhe mein Angebot auf 1000 Rupien, wenn der Fahrer es bis 17.30h an den Flughafen schafft. Er gibt Gas… fährt auf der dreispurigen Straße rechts und links an Autos, Lkw, Mopeds, dummen Kühen die blöd glotzen vorbei…
17.25h, wir sind noch 9km vom Flughafen entfernt. Meine Hoffnung den Flieger zu erreichen schwindet. Irgendwie ist heute der Wurm drin.
17:40h. Wir sind am Flughafen angekommen. Der Fahrer bekommt seine 900 und im Laufschritt zum Eingang. Hier die bereits bekannte Prozedur - E-Ticket vorzeigen, Pässe vorzeigen, E-Ticket Name mit Pass vergleichen und dann darf man rein. Im Laufschritt zum Terminal von INDIGO.
17.45h wir können noch einchecken. Puhh - aber es ist bereits boardingtime. Also im Laufschritt zum Securitycheck. Ich drängle mich an der Schlange vorbei nach vorne. Nici muss extra gehen. Frauen und Männer sind in Indien immer getrennt zu untersuchen. Bin relativ schnell durch. Nici hängt in der Schlange fest. Ich renne zum Gate und stell fest, dass da noch nix geht - oder sind schon alle im Flieger??? Frag nach und erfahre, dass erst um 18:10h geboardet wird. Geschafft!!!!! Ich nehm mir die Zeit und geh noch in den Dutyfree Bereich, da der Flughafen in Bangalore International und Domestic vereint (das ist nicht in jeder Stadt so..Mumbai hat zB zwei Flughäfen..). Kann dort das Parfüm kaufen, dass ich so dringend für die Tiger brauche. Bekomm es noch mit 40% Discount. Hallo?? Hat der Tag eine Kehrtwende gemacht und läuft so aus, wie er begonnen hat - friedlich und ohne Pannen?
Sitz nun im Flieger. Sind gerade in Chennai am indischen Ozean zwischengelandet und befinden uns nun auf dem Weg nach Kalkutta. Das Wetter draußen ist stürmisch. Sind alle angeschnallt und werden durchgeschüttelt. Mein Hemd trocknet auch langsam. Ich glaube ich hatte bislang noch keinen Tag in Indien, wo ich nicht ein Shirt, Polo oder Hemd durchgeschwitzt habe. Hatten gestern mit Deuschland geskypt und festgestellt, dass man dort grad dicke Pullis trägt. Daran will ich jetzt aber gar nicht denken.
Morgen stehen die touristischen Sehenswürdigkeiten von Kalkutta auf dem Programm. Wir haben via Internet das Hotel Astor nahe des Parkes “The Maiden” (BBH) im Zentrums Kalkuttas gebucht. Haben aber bislang keine Bestätigung erhalten. Würde ja passen, wenn das Hotel ausgebucht wäre
The Maiden ist ein ca. 4km langer Park. Er ist für Kalkutta das was der Central Park für New York darstellt. Seine grüne Lunge. Da bin ich mal gespannt.. Kalkutta oder Kolkat wie die Inder es nennen, ist die zweitgrößte Stadt in Indien und vereint neben Slums auch ultramoderne Shoppingmalls. Habe an einer Stadtkarte ausgemessen, dass die Stadt zw. 16 und 18km groß ist. Schätze, dass eine Durchfahrt mit Taxi, Bus und Metro ca. 1Stunde dauern wird.
Im nächsten Post werde ich von der Ankunft in Kalkutta und den Sehenswürdigkeiten berichten. Ich hoffe, dass ich auf meinen Blog zugreifen kann - das ging in den letzten drei Tagen ja gar nicht. Grüße aus 8000m Höhe..irgendwo in Südwestindien…coco
Zuerst müssen wir aber unsere Kameras abgeben. Es ist im Palast verboten zu fotografieren. Bilder dürfen nur von außen gemacht werden. Sehr imposant! Googelt das Teil mal. Als wir drin waren ist mir echt die Spucke weggeblieben. So etwas prächtiges habe ich noch nie gesehen. Der Palast wurde im indo-sarazenischen Stil Ende des 18.Jhd gebaut. Er hatte schon Strom - was damals das modernste war. Nachts wurde er von 97.000 Glühbirnen erleuchtet. Im Innern befinden sich Türen, welche komplett mit Silber beschlagen und feinste Silberarbeiten aufweisen. Große Säle die mit Säulen in rot/grün/gold gehalten wurden und durch riesige Spiegel an den Wänden noch einmal optisch vergrößert wurden. Farbige Fensterscheiben lassen ein warmes, schönes Licht im Palast erscheinen. Wenn man sich 1001 Nacht vorstellt, dann genau so!
Die “Indischen” spielen verrückt. Es ist ein Geschrei und ein Geschiebe in dem Palast, dass man den Audio-Guide (den es in deutsch gibt) kaum verstehen kann.
Gehen von dem Palast erstmal in ein Cafe um eine “Berieselungspause” einzulegen. Anschließend fahren mit einer Rikscha zu der staatl. Sandelholzölfabrik und staatl. Seidenfabrik in Mysore. Mysore ist genau für die beiden Produkte sehr bekannt - Seide und Sandelholz. In der Fabrik bekommen wir eine exklusive Führung. Ich muss feststellen, dass die Produktion des Sandelholzöls mit Maschinen vorgenommen wird, die 1934 und 1917 errichtet wurden. Für einen Arbeitsprozess zur Herstellung von Öl werden 6 Tonnen Kohle benötigt. So wundert es kaum, dass 5ml reines Sandelholzöl an die 10 Euro kosten.
Weiter ging´s zur Seidenfabrik. Dort hat es uns überhaupt nicht gefallen. “Not my style” hab ich sehr oft sagen müssen.
Wir besuchen hinterher noch den Chamundi Hill - eine Erhebung von ca. 1000m.. Es ist einer der 8 heiligsten Berge von Indien. Oben steht ein Tempel. Die Aktion haut mich nicht gerade vom Hocker… Die Aussicht auf die Ebene um Mysore ist nicht schlecht, das schöne Wetter und das mittlerweile milde Licht des späten Nachmittags versöhnen mich wieder. Es geht noch über den Basar, wo es unzählige Stände mit Früchten, Blumen und Farben zu bewundern gilt. An einem Geschäft für Seide bleiben wir schließlich hängen. Ich setz mich hin und lass mich berieseln. Ich glaube zum Schluss lagen da 200 Schals auf dem Tresen auf ca. 8m. Grinz. Einige fanden aber auch den Weg vom Tresen in eine Tasche und gingen mit uns auf die Reise
Wir fahren mit dem Bus zurück ins Hotel, vergaßen aber, dass BRINDAVAN GARDEN - da wo unser Hotel ist, DASS Ereignis für Inder ist. In unzähligen Bollywoodfilmen kommt der Garten als Hintergrund vor. Da müssen natürlich alle Inder hin. Zu berühmten Filmmusiken wird dann einen Lightshow und Wassershow mit Springbrunnen vorgeführt. Jeden Abend sind da bestimmt über 5000 - 8000 Menschen in dem Park. So ist der Bus hoffnungslos überfüllt und ich muss die ganze Zeit stehen. Ich steige am Anfang vorne in den Bus ein. Mir fällt auf, dass die ganzen Männer hinten sind und mich blöde anglotzen. Ich erfahre, dass nach Einbruch der Dunkelheit in Bussen die Männer hinten und die Frauen vorne sitzen. Also muss ich nach hinten gehen.
Mir geht’s gesundheitlich wieder besser. Nici hat dagegen nun Magenprobleme. Aber ich glaube, dass ist in Indien normal.
Heute ist Reisetag durch halb Indien! Ich sitz grad im Flieger und lass den Tag Revue passieren...hack meine Gedanken ins Laptop..
Aber von Beginn… Stehen spät auf und kommen nicht so richtig in die Gänge. Beim Auschecken vergisst Nici ihre Kreditkarte an der Rezeption. Wir befinden uns zu dem Zeitpunkt schon ca. 1km entfernt an einer Bushaltestelle. Ein Security des Hotels kommt auf uns zu und teilt mit, dass die Karte an der Rezeption liegt. Nici rennt los. Ich warte beim Gepäck. Nach kurzer Zeit kommen Nici und die Karte zurück - aber kein Bus in Sicht. Wir warten 50min!!! - die Zeit läuft uns davon - dies werden wir im Laufe des Tages noch öfters spüren. Nach ca. 5min Busfahrt steigt eine ca. 50köpfige Schulklasse 14-15jähriger Jungs und Mädels ein. Der Geräuschpegel steigt auf unerträglich. Natürlich bleiben diese die ganze Stunde im Bus bis dieser in Mysore mit Verspätung ankommt. Die Zeit läuft erneut… Wir laufen zum Busbahnhof für Fernverkehr. Erwischen einen AC Bus, der für 170 Rupien nach Bangalore fährt. Es ist ein deutlich älterer Bus, wie der mit welchem wir von Bangalore kamen. Dieser hatte Getränk und Tageszeitung parat. Der hier nix außer ein paar Überraschungen.
Ich frage den Fahrer wann wir in Bangalore ankommen - es ist 13h als wir losfahren. Er meint “Three” und meint damit wohl wie lange der Bus unterwegs ist. Ich frage ihn - “Non Stopp” er “Yes, Sir”.
Um 14.30h machen wir Pause. Soviel zu Non Stopp. Als wir losfahren stell ich fest, dass wir genau die Hälfte der Strecke geschafft haben. Kurze Zeit später hält der Bus und der “Schaffner” geht kurz hinter den Bus. Nach weiteren 5min Fahrt und einem Halt, geht der Fahrer nach hinten. Ich sag´ zu Nici, dass hier was nicht stimmt - und richtig, nach nur einer kurzen Fahrt von 10min, hält der Bus erneut, nun für immer. Den der Motor ist am Arsch. Wir raus aus dem Bus und dem Fahrer klargemacht, dass ein Flugzeug in Bangalore nicht auf uns warten wird, wenn wir später wie 17.30h am Flughafen sein sollten.. Der Fahrer hält kurzerhand den nächstbesten Bus an (wir befinden uns auf der Autobahn) und alle Fahrgäste steigen in den neuen Bus ein. Der ist noch älter als der bisherige und hat gar keinen Komfort. Egal, Hauptsache wir kommen an. Wir ärgern uns, dass wir nicht gleich vom Hotel ein Taxi zum Busbahnhof genommen haben. Das hätte uns heute 1,5h gespart und jeden Menge Stress.. Aber es sind die Relationen, die einem manchmal zu Fehlentscheidungen bewegen oder an der falschen Stelle sparen lassen. Uns hat der Preis von 500 gegenüber 24 Rupien einfach das Gehirn irgendwie vernebelt, anders kann ich es nicht beschreiben. 500 wären 8 Euro - für eine Strecke von 20km für uns ob. 24 Rupien sind 40ct….
Aber so ist das halt… wir kommen um 16.30h am Busbahnhof in Bangalore an. Dort fahren keine Taxis zum Flughafen - der übrigens 35km vor den Toren der Stadt liegt. Also mit Rikscha zum nahegelegenen Bahnhof gefahren und ein Taxi gesucht. Der Fahrer wittert fette Beute und nützt unsere Not aus. Er will 900 für die Fahrt. 600 wären normal. Diesmal schalte ich mein Hirn ein und stelle fest dass die 300 (5 Euro) mehr, die Kosten für den Flug und das bereits in Kalkutta gebuchte Hotel nicht ausgleichen. Wir fahren los. In Bangalore herrscht Verkehrschaos. Ich muss erneut feststellen, dass Indien die schlechtesten Straßen der Welt hat. Was es hier an Schlaglöchern, Bodenwellen, kaputten Asphalt gibt, findet man nur im Irak oder Afghanistan - und dort herrscht oder herrschte Krieg.. Ich erhöhe mein Angebot auf 1000 Rupien, wenn der Fahrer es bis 17.30h an den Flughafen schafft. Er gibt Gas… fährt auf der dreispurigen Straße rechts und links an Autos, Lkw, Mopeds, dummen Kühen die blöd glotzen vorbei…
17.25h, wir sind noch 9km vom Flughafen entfernt. Meine Hoffnung den Flieger zu erreichen schwindet. Irgendwie ist heute der Wurm drin.
17:40h. Wir sind am Flughafen angekommen. Der Fahrer bekommt seine 900 und im Laufschritt zum Eingang. Hier die bereits bekannte Prozedur - E-Ticket vorzeigen, Pässe vorzeigen, E-Ticket Name mit Pass vergleichen und dann darf man rein. Im Laufschritt zum Terminal von INDIGO.
17.45h wir können noch einchecken. Puhh - aber es ist bereits boardingtime. Also im Laufschritt zum Securitycheck. Ich drängle mich an der Schlange vorbei nach vorne. Nici muss extra gehen. Frauen und Männer sind in Indien immer getrennt zu untersuchen. Bin relativ schnell durch. Nici hängt in der Schlange fest. Ich renne zum Gate und stell fest, dass da noch nix geht - oder sind schon alle im Flieger??? Frag nach und erfahre, dass erst um 18:10h geboardet wird. Geschafft!!!!! Ich nehm mir die Zeit und geh noch in den Dutyfree Bereich, da der Flughafen in Bangalore International und Domestic vereint (das ist nicht in jeder Stadt so..Mumbai hat zB zwei Flughäfen..). Kann dort das Parfüm kaufen, dass ich so dringend für die Tiger brauche. Bekomm es noch mit 40% Discount. Hallo?? Hat der Tag eine Kehrtwende gemacht und läuft so aus, wie er begonnen hat - friedlich und ohne Pannen?
Sitz nun im Flieger. Sind gerade in Chennai am indischen Ozean zwischengelandet und befinden uns nun auf dem Weg nach Kalkutta. Das Wetter draußen ist stürmisch. Sind alle angeschnallt und werden durchgeschüttelt. Mein Hemd trocknet auch langsam. Ich glaube ich hatte bislang noch keinen Tag in Indien, wo ich nicht ein Shirt, Polo oder Hemd durchgeschwitzt habe. Hatten gestern mit Deuschland geskypt und festgestellt, dass man dort grad dicke Pullis trägt. Daran will ich jetzt aber gar nicht denken.
Morgen stehen die touristischen Sehenswürdigkeiten von Kalkutta auf dem Programm. Wir haben via Internet das Hotel Astor nahe des Parkes “The Maiden” (BBH) im Zentrums Kalkuttas gebucht. Haben aber bislang keine Bestätigung erhalten. Würde ja passen, wenn das Hotel ausgebucht wäre
The Maiden ist ein ca. 4km langer Park. Er ist für Kalkutta das was der Central Park für New York darstellt. Seine grüne Lunge. Da bin ich mal gespannt.. Kalkutta oder Kolkat wie die Inder es nennen, ist die zweitgrößte Stadt in Indien und vereint neben Slums auch ultramoderne Shoppingmalls. Habe an einer Stadtkarte ausgemessen, dass die Stadt zw. 16 und 18km groß ist. Schätze, dass eine Durchfahrt mit Taxi, Bus und Metro ca. 1Stunde dauern wird.
Im nächsten Post werde ich von der Ankunft in Kalkutta und den Sehenswürdigkeiten berichten. Ich hoffe, dass ich auf meinen Blog zugreifen kann - das ging in den letzten drei Tagen ja gar nicht. Grüße aus 8000m Höhe..irgendwo in Südwestindien…coco
Hampi Tempelanlagen - Bangalore - Mysore
Was für eine Tag! Schlechte Nacht - dauernd aufgewacht. Zuletzt um 4.30h, im Schlaf gedacht es ist 5.30h, also verschlafen! Aufgesprungen und Licht gemacht und schon angefangen anzuziehen, dann aber den Irrtum bemerkt. Erneut einzuschlafen war nun schwer. 5h dann raus aus dem Bett, 5.30h zum Shanti Guesthaus gelaufen und dort den “friendly Mr. Paul” getroffen. Musste an meinen Kollegen Paul in HN denken Mit dem Mannheimer Paar aus dem Zug dann zusammen den Sonnenaufgang auf einem Tempelberg beobachtet. Wir stiegen hierzu ca. 20m durch Felsen nach oben -- vorbei an schlafenden Affen. Sehr witzig. Es ist bereits um 5.30h sehr warm und drückend - ich schätze so um die 27 Grad. Der Tag wurde aber deutlich heißer! Die Tempeltour selbst erinnerte stark an die von Ankor Wat in Kambotscha. Auch hier muss man von Tempel zu Tempel mit einer Rikscha fahren, da diese zu weit auseinander liegen.
Am schönsten finde ich die ehemaligen Elefantenställe des Maharadschapalastes und das Bad der Königin. Diese sind im Hindu-islamischen Stil erbaut (googelt mal Hampi und schaut euch die Bilder an!) Den Sonnenuntergang beobachten wir auf einem ca. 8km von Hampi entfernten Berg. In der Mittagspause der Tour liegen wir in der Nähe von Hampi in der Bar “Mango Tree” direkt am Fluss auf Matten und beobachten wie die Menschen in ca. 2m im Durchmesser großen Bambuskörben den Fluss überqueren. Diese Methode wird hier seit ca. 500 Jahren angewandt. Irgendwie scheint hier die Zeit stillgestanden zu sein. Eine Brücke wurde zwar versucht zu bauen, laut Mr. Paul hat der indische Staat 8 Jahre an einer rumgebaut. Letztes Jahr wurde diese auch fast fertig gestellt, sie brach zusammen und riss 30 Arbeiter in den Tod. Eine neue Brücke ist nicht geplant. Die betroffenen Familien erhielten pro toter Person 1000 Rupien (15 Euro) Abfindung. Das ist eigentlich unglaublich oder?
Nach der Tempeltour können Nici und ich uns noch in unserem Guesthaus duschen - wir nehmen ja den Nachtbus nach Bangalore.
Ich bekomme Durchfall. Ich weiß aber auch woher und wieso. Am Morgen haben wir in einer Straßenküche gefrühstückt. Habe mich von den Mannheimern überreden lassen dort zu essen. Bei mir gingen alle Alarmglocken los - ich weiß nicht wieso, aber ich wusste, dass wenn ich hier esse, ich mit großer Wahrscheinlichkeit krank sein werde. Ich hab auch nur gebratenes, frittiertes Essen bestellt und die Saucen weggelassen. Gegen die mit normalen Wasser ausgespülten Blechbecher, die dann mit Tee befüllt wurden, konnte ich leider nichts machen.
Mann sollte doch auf die innere Stimme hören und sich gegen Gruppenzwänge durchsetzen! Keine Ahnung was mich da geritten hat, auch was zu essen und zu trinken.
Der Nachtbus von Hospet nach Bangalore fährt um 23h ab. Mann muss ca. 30min vorher da sein. Lassen uns mit einer Rikscha dorthin bringen und sind von dem Bus mehr als erstaunt! Bin noch nie so gut Nachtbus gefahren. Der Bus ist so aufgeteilt, dass auf der linken Seite (Fahrtrichtung) einzelne Betten (Stockbetten) aufgestellt sind und auf der anderen Seite diese als Doppelbetten zu finden sind. Die Kabinen haben Vorhänge am Fenster und zum Gang hin. Neben einer sauberen Decke und frisch bezogener Matratzen finden sich Getränkehalter, AC und Venti, wie auch ein Gepäcknetz in jeder Koje. Der Bus ist überbucht und es dauert noch bis 24h bis wir endlich loskommen. Ein Inder hat keinen Platz und der Busfahrer versucht uns eine Einzelkoje die hinten quer den Abschluss macht, als Doppelbett zu verkaufen um so eine Kabine zu gewinnen. Nicht mit uns. Ich sage ihm, dass wir unsere beiden Kabinen gebucht haben und hier liegenbleiben, ziehe meinen Vorhang zu und stelle mich schlafend. Der Fahrer versucht es auch bei anderen Leuten und irgendwann schläft der Typ dann auf dem Boden im Gang und wir fahren los. Ich schlafe verhältnismäßig gut. Nur bei den unzähligen “Speedbreakern” wache ich auf, da der Busfahrer ziemlich schnell darüberfährt und man (also alle im hinteren Teil des Busses) mit dem ganzen Körper 10cm abhebt und aufschlägt Ich vergleiche die Fahrt mit dem Ritt auf einem wilden Gaul. Auf der Autobahn oder wie man die zweispurige Fahrbahn auch nennen will, fährt es sich ruhiger. Nur starkes Abbremsen des Busses ist ab und zu nervig. Der Grund?
Lkw die ohne Licht mit ca. 20 km/h versuchen sich gegenseitig zu überholen und es nicht schaffen, da der eine 20 km/h und der andere 20,00004 km/h fährt. Unser Busfahrer ist einmal so wütend, dass er nach einem solchen Überholvorgang neben einen solchen Lkw fährt und durch das offene Fenster dem Fahrer eine Wasserflasche ins Gesicht schüttet
Kommen um 7.30h in Bangalore an. Gehen zum Bahnhof und ich bemerke, dass ich meine teuere Taschenlampe im Bus vergessen habe. Jogge zurück, Bus ist weg, frage mich durch wo der Bus getankt und saubergemacht wird, jogge dorthin - Bus ist weg. Laufe durchgeschwitzt zurück..grrr.
Am Bahnhof das nächste Malheur.. Wie soll ich es beschreiben? Ich gehe auf die indische Busbahnhofstoilette. Es gibt wohl keinen übleren Ort auf der Welt.
Ca. 2cm hoher Flüssigkeitsstand (was immer das auch ist), Exkremente überall… nähere Beschreibungen erspare ich mir…Eigentlich muss ich nur klein, aber dann meldet sich mein Durchfall. Was muss das muss… als ich fertig bin, merke ich, dass es auf indischen Toiletten kein Klopapier gibt. Mich mit der Unterhose zu reinigen geht nicht, da es unmöglich ist, diese hier auszuziehen. Flüssigkeitsstand in der Toilette usw…
Was ist das Pragmatischste? Genau - es ist zwar ziemlich dekadent, aber ich hab mir mit indischen Rupienscheinen den Ar… geputzt. Die Aktion hat mich umgerechnet 1 Euro gekostet Also wieder was gelernt.. In Indien immer Papier oder wenigsten kleine Scheine im Geldbeutel mit sich führen, wenn man eine öffentliche Toilette benützt.
Kommen nach einer weiteren 3,5 stündigen Busfahrt dann in Mysore an. Die Stadt ist für ihren Maharadschapalast bekannt. Habe ein Hotel über das Internet gebucht, aber den genauen Namen vergessen. Nun gibt es hier 2 Hotels die ähnlich klingen. Erstmal eine Internetcafe bzw. PC gesucht und auf dem USB Stick das Hotelvoucher angeschaut..
OK - ich hab das Hotel gebucht, das 20km außerhalb der Stadt liegt (bin ich eigentlich doof??) Der Schuppen entpuppt sich als ein altes englisches Herrenhaus direkt an einem Staudamm. Neben dem Hotel befindet sich ein toller Wasserfall von ca. 300m Länge und 100m Höhe, der aus dem Staudamm herauskommt. Erinnert an den Rheinfall - aber richtig gut. Die Zimmer sind sehr schön - zwischen 3 und 4 Sterne nach deutschem Standart (Royal Orchid Brindavan Garden - wer es googeln will)
Hotel hat einen Pool der erstmal getestet wird. Dann gibt’s für ne Stunde eine Massage für Nacken und Rücken im Hoteleigenen Spa - ja.. Und dann lass ich mir auf dem 3-Loch Golfplatz noch ein wenig das Golfspielen beibringen bzw. meine bisher nun an der PSP angewandtes “Handicap” verbessern. Grinz.
Wir gehen in dem Brindavan Garden spazieren, welcher ein wenig an das blühende Barock erinnert. Gegen 18h strömen plötzlich tausende von Indern in den Garten. Wir erfahren, dass jeden Abend von 18.30 - 19.30h eine Lightshow mit Musik stattfindet und alle Springbrunnen beleuchtet sind. Ok - wir haben Premiumplatz von unserem Balkon im Hotel. Werden auf dem Weg ins Hotel noch zigmal von Indern für Familenbilder mit Kindern, Großeltern, Vätern “missbraucht”. Alle wollen wissen wo wir herkommen, wie alt wir sind, ob wir verheiratet sind, ob wir Kinder haben etc… neugierige Inder halt..
Lerne noch einen Polizisten kennen, der mehrfacher indischer Meister im Boxen war, er macht auch Kickboxen. Er läd uns nach Mysore in sein Haus ein. Mal sehen, ob wir das schaffen.. Glaube aber nicht.
Morgen ist neben ner Stunde Sport um 7.30h ne Palasttour durch Mysore geplant. Wir wollen dann eine Sandelholz und Seidenfabrik besuchen (für beides ist Mysore berühmt) und noch auf einen 14km entfernt von Mysore liegenden Berg mit Tempel steigen. Volles Programm also.
Am schönsten finde ich die ehemaligen Elefantenställe des Maharadschapalastes und das Bad der Königin. Diese sind im Hindu-islamischen Stil erbaut (googelt mal Hampi und schaut euch die Bilder an!) Den Sonnenuntergang beobachten wir auf einem ca. 8km von Hampi entfernten Berg. In der Mittagspause der Tour liegen wir in der Nähe von Hampi in der Bar “Mango Tree” direkt am Fluss auf Matten und beobachten wie die Menschen in ca. 2m im Durchmesser großen Bambuskörben den Fluss überqueren. Diese Methode wird hier seit ca. 500 Jahren angewandt. Irgendwie scheint hier die Zeit stillgestanden zu sein. Eine Brücke wurde zwar versucht zu bauen, laut Mr. Paul hat der indische Staat 8 Jahre an einer rumgebaut. Letztes Jahr wurde diese auch fast fertig gestellt, sie brach zusammen und riss 30 Arbeiter in den Tod. Eine neue Brücke ist nicht geplant. Die betroffenen Familien erhielten pro toter Person 1000 Rupien (15 Euro) Abfindung. Das ist eigentlich unglaublich oder?
Nach der Tempeltour können Nici und ich uns noch in unserem Guesthaus duschen - wir nehmen ja den Nachtbus nach Bangalore.
Ich bekomme Durchfall. Ich weiß aber auch woher und wieso. Am Morgen haben wir in einer Straßenküche gefrühstückt. Habe mich von den Mannheimern überreden lassen dort zu essen. Bei mir gingen alle Alarmglocken los - ich weiß nicht wieso, aber ich wusste, dass wenn ich hier esse, ich mit großer Wahrscheinlichkeit krank sein werde. Ich hab auch nur gebratenes, frittiertes Essen bestellt und die Saucen weggelassen. Gegen die mit normalen Wasser ausgespülten Blechbecher, die dann mit Tee befüllt wurden, konnte ich leider nichts machen.
Mann sollte doch auf die innere Stimme hören und sich gegen Gruppenzwänge durchsetzen! Keine Ahnung was mich da geritten hat, auch was zu essen und zu trinken.
Der Nachtbus von Hospet nach Bangalore fährt um 23h ab. Mann muss ca. 30min vorher da sein. Lassen uns mit einer Rikscha dorthin bringen und sind von dem Bus mehr als erstaunt! Bin noch nie so gut Nachtbus gefahren. Der Bus ist so aufgeteilt, dass auf der linken Seite (Fahrtrichtung) einzelne Betten (Stockbetten) aufgestellt sind und auf der anderen Seite diese als Doppelbetten zu finden sind. Die Kabinen haben Vorhänge am Fenster und zum Gang hin. Neben einer sauberen Decke und frisch bezogener Matratzen finden sich Getränkehalter, AC und Venti, wie auch ein Gepäcknetz in jeder Koje. Der Bus ist überbucht und es dauert noch bis 24h bis wir endlich loskommen. Ein Inder hat keinen Platz und der Busfahrer versucht uns eine Einzelkoje die hinten quer den Abschluss macht, als Doppelbett zu verkaufen um so eine Kabine zu gewinnen. Nicht mit uns. Ich sage ihm, dass wir unsere beiden Kabinen gebucht haben und hier liegenbleiben, ziehe meinen Vorhang zu und stelle mich schlafend. Der Fahrer versucht es auch bei anderen Leuten und irgendwann schläft der Typ dann auf dem Boden im Gang und wir fahren los. Ich schlafe verhältnismäßig gut. Nur bei den unzähligen “Speedbreakern” wache ich auf, da der Busfahrer ziemlich schnell darüberfährt und man (also alle im hinteren Teil des Busses) mit dem ganzen Körper 10cm abhebt und aufschlägt Ich vergleiche die Fahrt mit dem Ritt auf einem wilden Gaul. Auf der Autobahn oder wie man die zweispurige Fahrbahn auch nennen will, fährt es sich ruhiger. Nur starkes Abbremsen des Busses ist ab und zu nervig. Der Grund?
Lkw die ohne Licht mit ca. 20 km/h versuchen sich gegenseitig zu überholen und es nicht schaffen, da der eine 20 km/h und der andere 20,00004 km/h fährt. Unser Busfahrer ist einmal so wütend, dass er nach einem solchen Überholvorgang neben einen solchen Lkw fährt und durch das offene Fenster dem Fahrer eine Wasserflasche ins Gesicht schüttet
Kommen um 7.30h in Bangalore an. Gehen zum Bahnhof und ich bemerke, dass ich meine teuere Taschenlampe im Bus vergessen habe. Jogge zurück, Bus ist weg, frage mich durch wo der Bus getankt und saubergemacht wird, jogge dorthin - Bus ist weg. Laufe durchgeschwitzt zurück..grrr.
Am Bahnhof das nächste Malheur.. Wie soll ich es beschreiben? Ich gehe auf die indische Busbahnhofstoilette. Es gibt wohl keinen übleren Ort auf der Welt.
Ca. 2cm hoher Flüssigkeitsstand (was immer das auch ist), Exkremente überall… nähere Beschreibungen erspare ich mir…Eigentlich muss ich nur klein, aber dann meldet sich mein Durchfall. Was muss das muss… als ich fertig bin, merke ich, dass es auf indischen Toiletten kein Klopapier gibt. Mich mit der Unterhose zu reinigen geht nicht, da es unmöglich ist, diese hier auszuziehen. Flüssigkeitsstand in der Toilette usw…
Was ist das Pragmatischste? Genau - es ist zwar ziemlich dekadent, aber ich hab mir mit indischen Rupienscheinen den Ar… geputzt. Die Aktion hat mich umgerechnet 1 Euro gekostet Also wieder was gelernt.. In Indien immer Papier oder wenigsten kleine Scheine im Geldbeutel mit sich führen, wenn man eine öffentliche Toilette benützt.
Kommen nach einer weiteren 3,5 stündigen Busfahrt dann in Mysore an. Die Stadt ist für ihren Maharadschapalast bekannt. Habe ein Hotel über das Internet gebucht, aber den genauen Namen vergessen. Nun gibt es hier 2 Hotels die ähnlich klingen. Erstmal eine Internetcafe bzw. PC gesucht und auf dem USB Stick das Hotelvoucher angeschaut..
OK - ich hab das Hotel gebucht, das 20km außerhalb der Stadt liegt (bin ich eigentlich doof??) Der Schuppen entpuppt sich als ein altes englisches Herrenhaus direkt an einem Staudamm. Neben dem Hotel befindet sich ein toller Wasserfall von ca. 300m Länge und 100m Höhe, der aus dem Staudamm herauskommt. Erinnert an den Rheinfall - aber richtig gut. Die Zimmer sind sehr schön - zwischen 3 und 4 Sterne nach deutschem Standart (Royal Orchid Brindavan Garden - wer es googeln will)
Hotel hat einen Pool der erstmal getestet wird. Dann gibt’s für ne Stunde eine Massage für Nacken und Rücken im Hoteleigenen Spa - ja.. Und dann lass ich mir auf dem 3-Loch Golfplatz noch ein wenig das Golfspielen beibringen bzw. meine bisher nun an der PSP angewandtes “Handicap” verbessern. Grinz.
Wir gehen in dem Brindavan Garden spazieren, welcher ein wenig an das blühende Barock erinnert. Gegen 18h strömen plötzlich tausende von Indern in den Garten. Wir erfahren, dass jeden Abend von 18.30 - 19.30h eine Lightshow mit Musik stattfindet und alle Springbrunnen beleuchtet sind. Ok - wir haben Premiumplatz von unserem Balkon im Hotel. Werden auf dem Weg ins Hotel noch zigmal von Indern für Familenbilder mit Kindern, Großeltern, Vätern “missbraucht”. Alle wollen wissen wo wir herkommen, wie alt wir sind, ob wir verheiratet sind, ob wir Kinder haben etc… neugierige Inder halt..
Lerne noch einen Polizisten kennen, der mehrfacher indischer Meister im Boxen war, er macht auch Kickboxen. Er läd uns nach Mysore in sein Haus ein. Mal sehen, ob wir das schaffen.. Glaube aber nicht.
Morgen ist neben ner Stunde Sport um 7.30h ne Palasttour durch Mysore geplant. Wir wollen dann eine Sandelholz und Seidenfabrik besuchen (für beides ist Mysore berühmt) und noch auf einen 14km entfernt von Mysore liegenden Berg mit Tempel steigen. Volles Programm also.
6.11.2010 - 09.11.2010 Ade Goa und Hallo Hampi!
Die letzten zwei Tage Goa waren von durchwachsenem Wetter gekennzeichnet. Heute (9.11.) hat nur geregnet. Nur geregnet bedeutete, dass man sich ungeschützt 20sec dem Regen aussetzen musste um so nass zu sein, wie wenn man aus einer Dusche steigen würde. Aber der Reihe nach..
Der Badetag fand am Agonda Beach statt. Nach diesem Tag wollten wir was erleben und sind wie angekündigt an die Dungshagar Wasserfälle gefahren. Die Fahrt mit dem Scooter dauerte ca. 1.5h durch das Hinterland. Schilder gab es so gut wie keine. Mietfahrzeuge in Indien haben ein gelbes Nummernschild. Der Scooter auch vorne. So können die “Indischen” schon von weitem den Touri erkennen. Was in dem Fall gut war, denn jedes Mal wenn wir an einer Abzweigung anhielten und unsere Karte quälten, hupte schon von hinten ein Fzg. Und die Leute winkten uns auf den richtigen Weg. Zum Schluss haben wir uns nur noch hingestellt und gewartet oder ich bin neben Pkw gefahren und hab die Leute durch das offene Fenster nach dem Weg gefragt. So ergab sich das einen oder andere nette “Schwätzchen”. Die Inder sind brutal neugierig muss man wissen.
Wir kommen in Colem an. Das ist der Ort vor den Wasserfällen. Von hier heißt es, kann man nur mit dem Jeep weiter zu den Wasserfällen fahren (10km schlechte Straßen). Aha, denken wir, das versuchen wir mal selber. Mit dem Scooter bin ich in anderen Ländern schon ganz andere Strecken gefahren Nun, nach ca. 1km war schon Schluss. Der erste Fluss mit ca. 80cm Wasserstand machte der Fahrt mit dem Scooter ein jähes Ende. Also ungedreht und im Ort einen Jeep angeheuert.
Das Teil kostet 1800 Rupien. Hat Platz für 6 Leute. Ok, wir warten und ein russ. Pärchen (es wimmelt in Goa von russ. Pauschaltouristen..) und deren “Freund” aus Goa (der Typ war nur scharf auf die Russin und wollte sie wohl vögeln..hat sich die ganze Zeit an sie rangemacht, wenn ihr Freund/Mann nicht aufgepasst hat..aber das ist eine andere Geschichte )
Wir fahren los. Nach der ersten Flussdurchfahrt (die ist so tief, dass das Wasser durch die Türen in den Fahrgastraum einströmt und die Reifen kurzfristig den Kontakt mit dem Boden verlieren und wir im Fluss treiben ) wird mir klar, dass dies eine sehr außergewöhnliche Fahrt werden wird. Wir durchqueren noch dreimal den Fluss und fahren durch ca. 40cm tiefe Schlammfelder.. Es ist abnormal wie hier auf Material gefahren wird. Auf dem schmalen Waldweg, der sich steil nach oben durch den Urwald schlängelt kommen dauernd Jeeps entgegen, die Fahrtgäste nach unten transportieren… Es geht eng zu. Jeeps bleiben liegen, werden flottgemacht etc… wir kommen nach ca. 1.5h an - fast an. Am letzten Hügel ca. 400m vor dem Ziel geht nix mehr. Keiner der Jeeps kommt diesen Hang mehr hoch. Es ist einfach zu viel Schlamm auf der Strasse. Wir laufen zu den Wasserfällen. Dort sind ca. 100 Leute. Hauptsächlich Inder und Russen.
Die Wasserfälle fallen ca. 600m nach unten. Das indische Wort “Dungshagar” bedeutet so viel wie “Milchschaum” und so sieht der Wasserfall auch aus. Witzig ist, dass sich genau in der Mitte eine große Brücke über die Fälle schlängelt. Es ist die Eisenbahnlinie nach Hampi. Wir werden übermorgen dort fahren…
Unser Pärchen trinkt Wein mit dem “Freund” und alle drei ziehen sich erstmal eine Runde Marihuana rein, dass der “Freund” von einem Inder an einem Colastand gekauft hat. Alle lachen bekifft rum, als ein Fahrer neben mir aufspringt und mit Kleider ins Wasser springt. Unser Fahrer wirft noch etwas weg uns springt hinterher. Ein junger Kerl (Student aus Delhi, Nichtschwimmer) ist in das ca. 5m tiefe Becken um den Wasserfall gerutscht und wie ein Stein untergegangen. Sie ziehen ihn raus. Blaue Lippen, besinnungslos. Ich mache Wiederbelebung bei dem Typ. Er kommt wieder zu sich. Kotzt sich die Lunge frei. Die Aktion hat unserem Fahrer sein Handy und unseren Wagenschlüssel gekostet. Mit Mühe bedankt sich der “Hirni” bei den Fahrern für die Rettung. Ersatz für Handy und Schlüssel lehnt er ab. Aha… Der Fahrer erklärt mir, dass er für die Fahrt 150 Rupien bekommt (2.50 Euro). Er kann 2-3Mal am Tag fahren. Den Rest steckt der Besitzer des Wagens ein. Krass wie stark Lohn und Konsum hier teilweise auseinander gehen. Wir geben dem Fahrer ein gutes Trinkgeld..Nicht nur für seine wirklich guten Fahrkünste, auch für die Rettungsaktion…
Wir gehen und schließen zuerst den Jeep kurz, damit wir wieder wegkommen. Auf der Rückbank versuchte der Inder zu fummeln, der Russe bekommt das mit und es wird kurz laut da hinten Nici und ich unterdrücken nur Mühsam ein Lachen… Kommen nach 1h wilder Abfahrt und heißen Flussdurchquerungen wieder unten an. Die Fahrt mit dem Scooter zurück erscheint richtig langweilig.
Der letzte Tag in Goa ist noch mal Baden angesagt. Wir fahren zur Whale Bay. Dort finden wir einen sehr einsamen Beach Shack, er auch im Lonely Planet aufgeführt wird. Der Besitzer ist sehr nett. Wir sind die einzigen Gäste und bekommen Strandliegen direkt ans Meer getragen
Ich erfahre im Laufe des Tages von dem Mann, dass er seit 2004 hier lebt. Zuvor war er in Palolem (ich hab davon geschrieben). Er meinte, dass er im Juni das erste Mal seit 2004 wieder dort war und nichts mehr erkannt hatte. Er fand noch nichtmal mehr das Haus seines besten Freundes.. Der Ort hat ein anderes Gesicht bekommen. Früher erklärte er mir, als die Hippies noch da waren, gab es kaum Gästezimmer. Die Leute wohnten für 15 Rupien (20ct) bei den Familien im Gästezimmer und aßen bei dem Leuten mit. Heute ist das undenkbar geworden. Auch das Publikum ist mit dem von früher nicht mehr zu vergleichen. Es ist halt wie überall auf der Welt…blickt man nach Ko Sa Mui in Thailand oder Seaunukville in Kambotscha, Mui Ne in Vietnam überall Paradiese die sich im Laufe der letzten 10 Jahre zu Touriszenen von Pauschaltouristen oder Budget-Travelern entwickelten und ihren ursprünglichen Charme verloren.
Am Abend fängt es an zu regnen und hört die ganze Nacht nicht auf. Schuld sei ein Zycon über Sri Lanka höre ich zu dem sehr ungewöhnlichen Wetter.
Heute Morgen wachen wir auf und es regnet immer noch. Lassen uns von einem Taxi nach Margao an den Bahnhof fahren. Dort wollen wir mit dem Zug nach Hampi/Hospet fahren. Nun, wir stellen fest, dass unser Wagen am anderen Ende des Bahnhofs halten wird. Wir laufen zügig los und sind nach 150m bis auf die Haut durchnässt. Als wir endlich im Schutz eines Daches stehen, stellen wir fest, dass wir in die falsche Richtung gelaufen sind. Also wieder zurück. Der Regen ist sehr warm, aber unangenehm. Wer will schon den ganzen Tag nass im Zug rumsitzen. Wir werden es wohl müssen denke ich, den als der Zug einfährt befindet sich unser Abteil doch an einer anderen Stelle wie angeschrieben. Das ist für Indien sehr ungewöhnlich. Wir finden Platz. Mit uns im Abteil sitzen ein Pärchen aus England und ein Pärchen aus Mannheim und noch zwei freche Inder. Ich versuche den anderen klar zu machen, dass wir in der Sleeper Class sechs Liegen haben. Für jeden eine. Wenn wir die abklappen, und jeder liegt auf seine, müssen die Inder weichen. England will sitzen bleiben. Deutschland gibt klein bei. Nach 5h Zugfahrt aber gewinnt Deutschland. Wir klappen um, räumen das Gepäck um. Ich jage die Inder aus dem Abteil und jeder hat eine Liege.
Im Zug selbst wird es einem nicht langweilig. Ca. jede Stunde kommt ein Kontrolleur vorbei und will die Tickets sehen und zeichnet sie ab. Dann steigen singende Bettlerinnen zu, Männer die Tee und Kaffee (5 Rupien, sehr heiß, sehr lecker) in winzigen Bechern verkaufen. Frauen die Snacks, Süsses und Mittagessen verkaufen. Mittagessen bestellt man und an der nächsten Station wird es von außerhalb direkt an den Platz geliefert. Das ist geil.
Und dann sind da noch die neugierigen Inder. Ich hab mich die letzte Stunde mit einem Ingenieur aus einem Kraftwerk auf dem Gang gut unterhalten. Die Zugtüren sind praktischerweise immer offen und die Raucher stehen da und rauchen raus. Ich stand da vorne eine Weile (nein, ich rauche noch immer nicht, aber die Luft dort durch Fahrtwind ist einfach besser).
Karim - so hieß der Inder, lud grad sein Handy an einer Steckdose, die da an jedem Abteilende eingebaut ist. Wir kamen ins Gespräch und unterhielten uns über Gott und die Welt. Ich erfuhr, dass sich auch in Indien das Wetter in den letzten 10 -15 Jahren geändert hat. Im Gegensatz zu unseren immer lauer werdenden Sommern und milden Wintern, wird es in Indien im Winter immer kälter und im Sommer immer heißer. Aha, wieder was gelernt.
Wir kommen in Hospet an und ich kaum noch aus dem Zug. Die verrückten Inder drängen mit Macht in den Zug und ich muss mit Koffer, Rucksack und Tragetüte raus. Also mal so zwei 50kg Männer kurzerhand aus dem Zug gedrückt und ausgestiegen doof eigentlich. Wenn die warten würden, ginge alles viel schneller. Aber so sind sie halt die “Indischen” wenn es um das Reisen geht, immer sehr hektisch.. Auch so was im Flieger zu beobachten. Kaum ist das Ding unten, springt alles von den Sitzen und reißt die Fächer auf. Hallo??? Es sind noch nichtmal die Türen auf…und am Gepäckband trifft man sich sowieso wieder… aber hier sind die meisten Deutschen auch nicht besser …
Am Bahnhof finden wir einen Rikschafahrer der uns direkt von Hospet nach Hampi fährt. Finden dort ein gutes Gästehaus mit AC und Moskitonetz über dem Bett. Hampi hat auf ca. 26km lauter Tempel verstreut. Diese sind ca. 500 Jahre alt. Um Hampi herum ist das Gelände durch goldbraune ca. 10 - 18m große Steinbrocken gekennzeichnet. Das sieht sehr irreal aus. Der Ort strahlt eine sehr große Ruhe und Gelassenheit aus.
Wir erklimmen einen Hügel und sehen der Sonne zu wie sie über den Steinen und Tempeln untergeht. Sehr schön…das ist Indien!!
Der Badetag fand am Agonda Beach statt. Nach diesem Tag wollten wir was erleben und sind wie angekündigt an die Dungshagar Wasserfälle gefahren. Die Fahrt mit dem Scooter dauerte ca. 1.5h durch das Hinterland. Schilder gab es so gut wie keine. Mietfahrzeuge in Indien haben ein gelbes Nummernschild. Der Scooter auch vorne. So können die “Indischen” schon von weitem den Touri erkennen. Was in dem Fall gut war, denn jedes Mal wenn wir an einer Abzweigung anhielten und unsere Karte quälten, hupte schon von hinten ein Fzg. Und die Leute winkten uns auf den richtigen Weg. Zum Schluss haben wir uns nur noch hingestellt und gewartet oder ich bin neben Pkw gefahren und hab die Leute durch das offene Fenster nach dem Weg gefragt. So ergab sich das einen oder andere nette “Schwätzchen”. Die Inder sind brutal neugierig muss man wissen.
Wir kommen in Colem an. Das ist der Ort vor den Wasserfällen. Von hier heißt es, kann man nur mit dem Jeep weiter zu den Wasserfällen fahren (10km schlechte Straßen). Aha, denken wir, das versuchen wir mal selber. Mit dem Scooter bin ich in anderen Ländern schon ganz andere Strecken gefahren Nun, nach ca. 1km war schon Schluss. Der erste Fluss mit ca. 80cm Wasserstand machte der Fahrt mit dem Scooter ein jähes Ende. Also ungedreht und im Ort einen Jeep angeheuert.
Das Teil kostet 1800 Rupien. Hat Platz für 6 Leute. Ok, wir warten und ein russ. Pärchen (es wimmelt in Goa von russ. Pauschaltouristen..) und deren “Freund” aus Goa (der Typ war nur scharf auf die Russin und wollte sie wohl vögeln..hat sich die ganze Zeit an sie rangemacht, wenn ihr Freund/Mann nicht aufgepasst hat..aber das ist eine andere Geschichte )
Wir fahren los. Nach der ersten Flussdurchfahrt (die ist so tief, dass das Wasser durch die Türen in den Fahrgastraum einströmt und die Reifen kurzfristig den Kontakt mit dem Boden verlieren und wir im Fluss treiben ) wird mir klar, dass dies eine sehr außergewöhnliche Fahrt werden wird. Wir durchqueren noch dreimal den Fluss und fahren durch ca. 40cm tiefe Schlammfelder.. Es ist abnormal wie hier auf Material gefahren wird. Auf dem schmalen Waldweg, der sich steil nach oben durch den Urwald schlängelt kommen dauernd Jeeps entgegen, die Fahrtgäste nach unten transportieren… Es geht eng zu. Jeeps bleiben liegen, werden flottgemacht etc… wir kommen nach ca. 1.5h an - fast an. Am letzten Hügel ca. 400m vor dem Ziel geht nix mehr. Keiner der Jeeps kommt diesen Hang mehr hoch. Es ist einfach zu viel Schlamm auf der Strasse. Wir laufen zu den Wasserfällen. Dort sind ca. 100 Leute. Hauptsächlich Inder und Russen.
Die Wasserfälle fallen ca. 600m nach unten. Das indische Wort “Dungshagar” bedeutet so viel wie “Milchschaum” und so sieht der Wasserfall auch aus. Witzig ist, dass sich genau in der Mitte eine große Brücke über die Fälle schlängelt. Es ist die Eisenbahnlinie nach Hampi. Wir werden übermorgen dort fahren…
Unser Pärchen trinkt Wein mit dem “Freund” und alle drei ziehen sich erstmal eine Runde Marihuana rein, dass der “Freund” von einem Inder an einem Colastand gekauft hat. Alle lachen bekifft rum, als ein Fahrer neben mir aufspringt und mit Kleider ins Wasser springt. Unser Fahrer wirft noch etwas weg uns springt hinterher. Ein junger Kerl (Student aus Delhi, Nichtschwimmer) ist in das ca. 5m tiefe Becken um den Wasserfall gerutscht und wie ein Stein untergegangen. Sie ziehen ihn raus. Blaue Lippen, besinnungslos. Ich mache Wiederbelebung bei dem Typ. Er kommt wieder zu sich. Kotzt sich die Lunge frei. Die Aktion hat unserem Fahrer sein Handy und unseren Wagenschlüssel gekostet. Mit Mühe bedankt sich der “Hirni” bei den Fahrern für die Rettung. Ersatz für Handy und Schlüssel lehnt er ab. Aha… Der Fahrer erklärt mir, dass er für die Fahrt 150 Rupien bekommt (2.50 Euro). Er kann 2-3Mal am Tag fahren. Den Rest steckt der Besitzer des Wagens ein. Krass wie stark Lohn und Konsum hier teilweise auseinander gehen. Wir geben dem Fahrer ein gutes Trinkgeld..Nicht nur für seine wirklich guten Fahrkünste, auch für die Rettungsaktion…
Wir gehen und schließen zuerst den Jeep kurz, damit wir wieder wegkommen. Auf der Rückbank versuchte der Inder zu fummeln, der Russe bekommt das mit und es wird kurz laut da hinten Nici und ich unterdrücken nur Mühsam ein Lachen… Kommen nach 1h wilder Abfahrt und heißen Flussdurchquerungen wieder unten an. Die Fahrt mit dem Scooter zurück erscheint richtig langweilig.
Der letzte Tag in Goa ist noch mal Baden angesagt. Wir fahren zur Whale Bay. Dort finden wir einen sehr einsamen Beach Shack, er auch im Lonely Planet aufgeführt wird. Der Besitzer ist sehr nett. Wir sind die einzigen Gäste und bekommen Strandliegen direkt ans Meer getragen
Ich erfahre im Laufe des Tages von dem Mann, dass er seit 2004 hier lebt. Zuvor war er in Palolem (ich hab davon geschrieben). Er meinte, dass er im Juni das erste Mal seit 2004 wieder dort war und nichts mehr erkannt hatte. Er fand noch nichtmal mehr das Haus seines besten Freundes.. Der Ort hat ein anderes Gesicht bekommen. Früher erklärte er mir, als die Hippies noch da waren, gab es kaum Gästezimmer. Die Leute wohnten für 15 Rupien (20ct) bei den Familien im Gästezimmer und aßen bei dem Leuten mit. Heute ist das undenkbar geworden. Auch das Publikum ist mit dem von früher nicht mehr zu vergleichen. Es ist halt wie überall auf der Welt…blickt man nach Ko Sa Mui in Thailand oder Seaunukville in Kambotscha, Mui Ne in Vietnam überall Paradiese die sich im Laufe der letzten 10 Jahre zu Touriszenen von Pauschaltouristen oder Budget-Travelern entwickelten und ihren ursprünglichen Charme verloren.
Am Abend fängt es an zu regnen und hört die ganze Nacht nicht auf. Schuld sei ein Zycon über Sri Lanka höre ich zu dem sehr ungewöhnlichen Wetter.
Heute Morgen wachen wir auf und es regnet immer noch. Lassen uns von einem Taxi nach Margao an den Bahnhof fahren. Dort wollen wir mit dem Zug nach Hampi/Hospet fahren. Nun, wir stellen fest, dass unser Wagen am anderen Ende des Bahnhofs halten wird. Wir laufen zügig los und sind nach 150m bis auf die Haut durchnässt. Als wir endlich im Schutz eines Daches stehen, stellen wir fest, dass wir in die falsche Richtung gelaufen sind. Also wieder zurück. Der Regen ist sehr warm, aber unangenehm. Wer will schon den ganzen Tag nass im Zug rumsitzen. Wir werden es wohl müssen denke ich, den als der Zug einfährt befindet sich unser Abteil doch an einer anderen Stelle wie angeschrieben. Das ist für Indien sehr ungewöhnlich. Wir finden Platz. Mit uns im Abteil sitzen ein Pärchen aus England und ein Pärchen aus Mannheim und noch zwei freche Inder. Ich versuche den anderen klar zu machen, dass wir in der Sleeper Class sechs Liegen haben. Für jeden eine. Wenn wir die abklappen, und jeder liegt auf seine, müssen die Inder weichen. England will sitzen bleiben. Deutschland gibt klein bei. Nach 5h Zugfahrt aber gewinnt Deutschland. Wir klappen um, räumen das Gepäck um. Ich jage die Inder aus dem Abteil und jeder hat eine Liege.
Im Zug selbst wird es einem nicht langweilig. Ca. jede Stunde kommt ein Kontrolleur vorbei und will die Tickets sehen und zeichnet sie ab. Dann steigen singende Bettlerinnen zu, Männer die Tee und Kaffee (5 Rupien, sehr heiß, sehr lecker) in winzigen Bechern verkaufen. Frauen die Snacks, Süsses und Mittagessen verkaufen. Mittagessen bestellt man und an der nächsten Station wird es von außerhalb direkt an den Platz geliefert. Das ist geil.
Und dann sind da noch die neugierigen Inder. Ich hab mich die letzte Stunde mit einem Ingenieur aus einem Kraftwerk auf dem Gang gut unterhalten. Die Zugtüren sind praktischerweise immer offen und die Raucher stehen da und rauchen raus. Ich stand da vorne eine Weile (nein, ich rauche noch immer nicht, aber die Luft dort durch Fahrtwind ist einfach besser).
Karim - so hieß der Inder, lud grad sein Handy an einer Steckdose, die da an jedem Abteilende eingebaut ist. Wir kamen ins Gespräch und unterhielten uns über Gott und die Welt. Ich erfuhr, dass sich auch in Indien das Wetter in den letzten 10 -15 Jahren geändert hat. Im Gegensatz zu unseren immer lauer werdenden Sommern und milden Wintern, wird es in Indien im Winter immer kälter und im Sommer immer heißer. Aha, wieder was gelernt.
Wir kommen in Hospet an und ich kaum noch aus dem Zug. Die verrückten Inder drängen mit Macht in den Zug und ich muss mit Koffer, Rucksack und Tragetüte raus. Also mal so zwei 50kg Männer kurzerhand aus dem Zug gedrückt und ausgestiegen doof eigentlich. Wenn die warten würden, ginge alles viel schneller. Aber so sind sie halt die “Indischen” wenn es um das Reisen geht, immer sehr hektisch.. Auch so was im Flieger zu beobachten. Kaum ist das Ding unten, springt alles von den Sitzen und reißt die Fächer auf. Hallo??? Es sind noch nichtmal die Türen auf…und am Gepäckband trifft man sich sowieso wieder… aber hier sind die meisten Deutschen auch nicht besser …
Am Bahnhof finden wir einen Rikschafahrer der uns direkt von Hospet nach Hampi fährt. Finden dort ein gutes Gästehaus mit AC und Moskitonetz über dem Bett. Hampi hat auf ca. 26km lauter Tempel verstreut. Diese sind ca. 500 Jahre alt. Um Hampi herum ist das Gelände durch goldbraune ca. 10 - 18m große Steinbrocken gekennzeichnet. Das sieht sehr irreal aus. Der Ort strahlt eine sehr große Ruhe und Gelassenheit aus.
Wir erklimmen einen Hügel und sehen der Sonne zu wie sie über den Steinen und Tempeln untergeht. Sehr schön…das ist Indien!!
Samstag, 6. November 2010
6.11.2010 GOA !
Sind seit drei Tagen in Goa. Sind bei strahlender Sonne in Mumbai abgeflogen und landeten bei sehr starkem Regen in Goa. Na toll, dass kann ja heiter werden - so mein erster Gedanke. Aber als wir den Flughafen verliesen, hörte es schon auf zu regenen. Und seitdem blieb es trocken.
Als wir in Goa ankamen hatten wir noch kein Zimmer und nur ne" vage Vorstellung wo wir hin wollten, denn Goa ist groß. GOA ist ja keine Stadt, sondern ein Bundesstaat. Ca. 90km Küstenlinie gibt’s da und Strände mit Leuten von Hippie über Trance bis „Hey-was-geht-ab-wir-feiern-die-ganze-Nacht“. Wir entschieden uns für den Süden. Der Sueden ist ruhiger - dass was wir brauchen und suchen. Entdeckten im Flughafen ein Touribüro der staatlichen indischen Tourismusbehörde und die besorgten uns in einem Resort im Süden zwischen Varca und Callelossim ein Zimmer. Wir ließen uns mit dem Taxi dorthin fahren und stellten fest, dass es am Ars... der Welt liegt. Das hat Vor-und auch Nachteile, dazu später mehr...
Unser Zimmer entpuppte sich als Deluxe Bungalow direkt am Pool. Meer ca. 250m weg. Der Preis stimmte auch und so zogen wir ein.
Der Strand ist ca. 50m breit und ca. 12km lang. Und es liegen kaum Leute da. Toll. Wir aßen den ersten Abend in einer kleinen Strandbar direkt am Meer und sahen von unserem Plastikstühlen und einem Kingfisher-Bier auf dem Tisch zu, wie die Sonne im Meer versank.Auch sehr schoen. Ohne Klima ist es im Zimmer kaum auszuhalten. Temp. am Abend 29 Grad..(an der Klimaanlage kann man das ablesen) tagsueber schaetze ich so um die 40 Grad vielleicht auch mehr. Das Wasser duerfte so 24 Grad haben. Badewannentemp. Wenn man lange genug drin bleibt, kann es auch kuehlen..smile..
Am nächsten Tag wollten wir in das nächste Dorf fahren (6km) um uns dort umzusehen. Der Taxifahrer vor dem Resort wollte 400 Rps für die 6km. Das ist schlichtweg frech. Die Jungs nutzen die abgeschiedene Lage voll aus. Nun zaehneknirschend zahlte ich halt den Preis – und mietete gleich im Ort eine Royal Enfield BULLET für 350 p.T.
Ich bin noch nie Enfield gefahren und musste mich sehr umstellen. Die Schaltung befindet sich auf der rechten anstatt der linken Seite, analog die Hinterradbremse...Ich muss nicht erwähnen, dass auch die Schaltung grad umgekehrt zu der üblichen Schaltung beim Motorrad geschaltet werden musste.Also alles verkehrt. Falsche Seite schalten, umgekehrt schalten und noch auf der "falschen" Seite fahren..
Nun wir fuhren in den tiefen Süden, Indischer kann man so Goa nicht mehr erleben!!! Es ist das eine sich von einem Fahrer durch Indien kutschieren zu lassen – oder das andere mit dem Motorrad sich auf Indiens Straßen und Städten zu bewegen. Meine Herrn....man darf den Verkehr wirklich nicht eine Sekunde aus den Augen lassen, ansonsten ist ein Unfall fast vorprogrammiert! Neben der Vielzahl an Kuehen, die wirklich auf der Strasse rumliegen und um die sich der Verkehr wie ein Wellenbrecher schlaengelt, Hunde, Ziegen, verrueckte Lkw-Fahrer, kriechende Busse, Eselskarren..Fussgaenger..wirklich unglaublich, aber auch sehr interessant. Ich bin schon mit dem Pkw durch Teheran gefahren und dachte, dass es eine Steigerung nicht gibt..da kann ich jedem empfehlen sich mal in einer typischen indischen Stadt mit so 100.000 Einwohnern zu bewegen.grinz. Adrenalin pur.
Wir hielten am Cap de Rama an. Dort befand sich die Ruine eines altes Forts der Portugiesen bzw. sie steht noch immer da :-) Sengende Hitze, sehr hohe Luftfeuchtigkeit machen die Besteigung des Forts auch nicht einfacher...Oben auf dem Turm hatte man eine unglaubliche Aussicht auf die Küstenlinie. Der Dschungel trifft hier das Meer. Sehr reizvoll anzusehen. Ich sah aus den Augewinkeln auf dem Meer eine Bewegung – bei genauerem Hinsehen konnte ich eine Delphinschule/Familie von drei/vier Tieren ausmachen, die sich durch die Bucht bewegte. Am anderen Ende der Bucht befand sich ein großer Sandstrand, der von der Burg aus zu sehen war. Diesen steuerten wir an. Nach einem kleinen "Wasserhopf" wollten wir weiter, denn es war inzwischen so heiss, dass man sogar auf dem Moped mit Fahrtwind schwitzte. Als wir im Wasser waren, sah ich keine 200m vor uns wieder Delphine.
Ich schwamm raus aufs Meer, den Tieren hinterher. Ich konnte inzwischen erkennen, dass es sich um mind. 14 Tiere handelte. Doch die Delphine wollten ihre Ruhe. Sie schwammen immer weiter raus ins Meer. Ich entschied mich umzudrehen. Zu dem Zeitpunkt war ich ca. 400/500m draussen. Schon beim ersten Schwimmzug bemerkte ich die starke Strömung. Das kann ja heiter werden, dachte ich und nahm Fahrt auf... Ich kam nur sehr sehr langsam vorwärts. Ich wusste, dass ich das Tempo ca. 30min halten konnte (gut dass man(n) Sport macht..) Notfalls wäre ich gekreuzt und hätte versucht am Ende der Bucht die Landspitze zu erreichen, bevor es aufs offene Meer ging. Aber ich schaffte es rein. War zwar ziemlich erschöpft, aber es ging nochmal gut.
Ich hab zwar im Reiseführer und im Lonely Planet gelesen, dass es in ganz Goa ziemlich starke Strömungen geben soll, hatte dies aber nicht so ernst genommen. Nun – ich werde mich hier nicht mehr weiter wie 100m vom Ufer entfernen... Wer in Goa schwimmen gehen will, sollte sich daran halten! An Stränden mit Aufsicht wird man eh nach 40m zurückgepfiffen, aber einsame Straende (und die gibt es hier noch) verlocken doch weiter rauszugehen als man sollte und das Meer hier ist echt tuekisch..
Wir fuhren weiter nach Palolem. Die Enfield zickte ziemlich rum. Die Kupplung trennte nicht mehr sauber, wenn der Motor heiß wurde. Ich konnte so nur noch sehr schlecht schalten. In Paloem angekommen gings zum Strand. Die Bucht ist so das beste was man sich so unter Indien/Goa, Palmen, Sand etc. vorstellen kann.
bzw. war es. Es war gar nicht so viel los dort. Ok – ne Menge Hippies rennen dort rum. Aber das verbindet man doch irgendwie mit Goa und will das doch sehen.
Das ist aber ok. Die Palmen reichen fast bis ans Meer und zwischen diesen wurden kleine und auch größere Bambushütten gebaut. Schön in rot,blau,gelb,grün, lila.... Nicht schön. Wir ließen Palolem hinter uns ohne auch nur einmal gebadet zu haben.So kann die Sucht nach Gewinn auch einen wirklich schoenen Ort auf der Erde zerstroeren.
Kamen spät im Resort an. Nach einem Dusch gings dann wieder los. Ab heute ist DIWALI. Das größte Lichterfest in ganz Indien. Für die Hindus ist das so wie Weihnachten und Fasching zusammen.
Für die Jain beginnt an DIWALI das neue Jahr (In Indien gibts neben Hindus, Buddisten auch Jain). Also auch Silvester... Am ersten Abend von DIWALI werden zum Anbruch der Dunkelheit Teufelsmasken und Teufelsfiguren (lebensgroß und größer) durch die Straßen getragen.
Das Böse soll so ausgetrieben werden. Um Mitternacht werden die ganzen Teufel verbrannt – das Licht hat gesiegt. Wir haben DIWALI in Margao beobachtet. Da waren 10.000ende Hindus in den Straßen unterwegs. Es fand so eine Art Prämierung der Teufel statt.
Diese Teufel waren wir bei uns bei Karnevalsumzügen ca. 8-10m groß. Sahen toll aus, mit ihren rollenden Augen und einem Schwert in der Hand. Die Teufel wurden von ca. 6Männern getragen, die sich zum Klang von Trommeln (ähnl. unserer Guggenmusik) bewegten.Um 24h wurden die Teufel dann verbrannt.
Heute war der Tag des Lichts. Überall wurden bei Dunkelheit Kerzen angezündet und Feuerwerke abgebrannt.
Heute morgen habe ich die Enfield gegen eine Honda Pulsar eintauschen wollen. Ging nicht,, da keine Pulsar mehr da war. Also einen 125ccm Scooter genommen und noch einen Tag rausgehauen.
Haben auch unsere Weiterreise organisiert. Am 9.11. fahren wir mit dem Zug nach Hospet/Hampi, wo im Landesinnern ein berühmter Tempel zu besichtigen ist. Von dort geht es mit dem Nachtbus weiter nach Bangalore. Wir können die letzte Nacht nicht mehr in unserem Resort bleiben, da es dann ausgebucht ist. Ist vielleicht ganz gut so, so brauchen wir auch nicht mehr die Taxler vor der Tür in Anspruch nehmen. Wir werden uns fuer die Nacht irgendwo was einfaches, sauberes suchen. Es wurde uns gesagt, dass die Taxis nicht zu unserem Resort fahren dürfen und wir von dort ein Taxi nehmen müssen. Aha – jetzt weiß ich auch, warum die Preise dort so hoch sind...
Haben gestern OLD GOA besichtigt. Die Stadt ist sehr häslich und es ist kaum vorstellbar, dass sich hier einmal ein Zentrum des Handels entlang der Seidenstraße befand und neben Juwelen und Gewürzen, auch Teppiche gehandelt wurden. Ein altes Hafentor erinnert noch an die Entdeckung durch Vasco da Gama, der durch eine Statue geehrt wird. Auch die alten teilweise über 400 Jahre alten Kirchen der Portugiesen sind sehenswert. Das war´s dann aber auch schon. Wir haben uns noch die Strände im Norden um Cangalute etc. angesehen (siehe oben..). Nie mehr. Wir wissen jetzt, dass wir „alles richtig gemacht haben“ als wir uns entschlossen hatten in den Süden zu fahren.
Am Abend waren wir in Beaulin (ein Kaff ca. 6km von unserem Resort entfernt) essen. Wieder schön am Meer und exzellent Indisch gegessen. Die Heimfahrt durch Sandwege und Reisfelder war für Nici nicht so geheuer, da wir gehört haben, dass es nachts auf den Reisfeldern nicht ganz ungefährlich wäre zu laufen (wir sind ja aber gefahren) da es dort Kobras geben soll. Wenn man sich dort bewegt, soll man wohl viel Lärm machen und schauen wohin man tritt...aha... ich sah nur zwei kleine Katzen :)
Heute machten bzw machen wir noch einen Badetag und fuhren wieder runter an den einsamen Strand mit den Delphinen. Sind grad in ein kleines Dorf gefahren und Nici laesst sich grad mit Ayuweda (Oelmassage) verwoehnen. Ich nutze die Zeit um mal hier meinen Blog zu fuellen. Hab mir die letzten Tage am Abend immer mal wieder was ins Laptop gehackt und auf einem USB abgespeichert. So gehts hier im Internetcafe recht schnell mit dem einstellen. Übermorgen wollen wir zu den zweithöchsten Wasserfällen von ganz Indien fahren. Diese liegen in Goa und sind nicht so weit weg wie die Jog-Falls, welche wir zuerst besuchen wollten, die aber mit dem Moped einfach zu weit weg sind. Man müsste einfach 150km fahren. Dass bedeutet im indischen Verkehr an der Küste ca. 3-4h Fahrt. Und das wollen wir uns nicht geben, da wir ja auch wieder zurück müssen...
Nach Hampi werden wir wie schon geschrieben mit dem Nachtbus nach Bangalore fahren und von dort sofort weiter nach Mysore. Dort gibt es den Maharadaschapalast des "Tiger von Mysore" zu besichtigen, der sehr schoen sein soll. Wir werden mind. eine Nacht bleiben (hab ich schon gebucht) Hotel heisst Royal Orchid Brindavan Gardens Hotel (googel it!).Vielleicht auch zwei. Haengt davon ab wie wir von Mysore wieder nach Bangalore kommen. Von dort fliegen wir dann nach Kalkutta um dort unseren Besuch im Tigerreservat und das Permit fuer SIKKIM im Himalaya zu bekommen. Wir werden dort versuchen 10 Tage trekken zu gehen. Hab Nici begeistern koennen...wollen bis auf ca. 5000m hoch steigen um den dritthoechsten Berg der Welt zu sehen bzw. an dessem Fusse zu stehen - freu mich schon auf den indischen Teil Tibets. Dort wohnt auch Tenzing Norgays Sohn (Dieser war mit Sir Hillery der erste Mensch der auf dem Everst war..)
Werde die naechsten Tage versuchen mal das eine oder andere Bild hier einzustellen.
Gruesse in die Heimat - muss jetzt eine Lassi trinken gehen (nein, das ist nichts verbotenes :)
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