Seiten

Dienstag, 16. November 2010

Hampi Tempelanlagen - Bangalore - Mysore

Was für eine Tag! Schlechte Nacht - dauernd aufgewacht. Zuletzt um 4.30h, im Schlaf gedacht es ist 5.30h, also verschlafen! Aufgesprungen und Licht gemacht und schon angefangen anzuziehen, dann aber den Irrtum bemerkt. Erneut einzuschlafen war nun schwer. 5h dann raus aus dem Bett, 5.30h zum Shanti Guesthaus gelaufen und dort den “friendly Mr. Paul” getroffen. Musste an meinen Kollegen Paul in HN denken  Mit dem Mannheimer Paar aus dem Zug dann zusammen den Sonnenaufgang auf einem Tempelberg beobachtet. Wir stiegen hierzu ca. 20m durch Felsen nach oben -- vorbei an schlafenden Affen. Sehr witzig. Es ist bereits um 5.30h sehr warm und drückend - ich schätze so um die 27 Grad. Der Tag wurde aber deutlich heißer! Die Tempeltour selbst erinnerte stark an die von Ankor Wat in Kambotscha. Auch hier muss man von Tempel zu Tempel mit einer Rikscha fahren, da diese zu weit auseinander liegen.

Am schönsten finde ich die ehemaligen Elefantenställe des Maharadschapalastes und das Bad der Königin. Diese sind im Hindu-islamischen Stil erbaut (googelt mal Hampi und schaut euch die Bilder an!) Den Sonnenuntergang beobachten wir auf einem ca. 8km von Hampi entfernten Berg. In der Mittagspause der Tour liegen wir in der Nähe von Hampi in der Bar “Mango Tree” direkt am Fluss auf Matten und beobachten wie die Menschen in ca. 2m im Durchmesser großen Bambuskörben den Fluss überqueren. Diese Methode wird hier seit ca. 500 Jahren angewandt. Irgendwie scheint hier die Zeit stillgestanden zu sein. Eine Brücke wurde zwar versucht zu bauen, laut Mr. Paul hat der indische Staat 8 Jahre an einer rumgebaut. Letztes Jahr wurde diese auch fast fertig gestellt, sie brach zusammen und riss 30 Arbeiter in den Tod. Eine neue Brücke ist nicht geplant. Die betroffenen Familien erhielten pro toter Person 1000 Rupien (15 Euro) Abfindung. Das ist eigentlich unglaublich oder?

Nach der Tempeltour können Nici und ich uns noch in unserem Guesthaus duschen - wir nehmen ja den Nachtbus nach Bangalore.
Ich bekomme Durchfall. Ich weiß aber auch woher und wieso. Am Morgen haben wir in einer Straßenküche gefrühstückt. Habe mich von den Mannheimern überreden lassen dort zu essen. Bei mir gingen alle Alarmglocken los - ich weiß nicht wieso, aber ich wusste, dass wenn ich hier esse, ich mit großer Wahrscheinlichkeit krank sein werde. Ich hab auch nur gebratenes, frittiertes Essen bestellt und die Saucen weggelassen. Gegen die mit normalen Wasser ausgespülten Blechbecher, die dann mit Tee befüllt wurden, konnte ich leider nichts machen.
Mann sollte doch auf die innere Stimme hören und sich gegen Gruppenzwänge durchsetzen! Keine Ahnung was mich da geritten hat, auch was zu essen und zu trinken.
Der Nachtbus von Hospet nach Bangalore fährt um 23h ab. Mann muss ca. 30min vorher da sein. Lassen uns mit einer Rikscha dorthin bringen und sind von dem Bus mehr als erstaunt! Bin noch nie so gut Nachtbus gefahren. Der Bus ist so aufgeteilt, dass auf der linken Seite (Fahrtrichtung) einzelne Betten (Stockbetten) aufgestellt sind und auf der anderen Seite diese als Doppelbetten zu finden sind. Die Kabinen haben Vorhänge am Fenster und zum Gang hin. Neben einer sauberen Decke und frisch bezogener Matratzen finden sich Getränkehalter, AC und Venti, wie auch ein Gepäcknetz in jeder Koje. Der Bus ist überbucht und es dauert noch bis 24h bis wir endlich loskommen. Ein Inder hat keinen Platz und der Busfahrer versucht uns eine Einzelkoje die hinten quer den Abschluss macht, als Doppelbett zu verkaufen um so eine Kabine zu gewinnen. Nicht mit uns. Ich sage ihm, dass wir unsere beiden Kabinen gebucht haben und hier liegenbleiben, ziehe meinen Vorhang zu und stelle mich schlafend. Der Fahrer versucht es auch bei anderen Leuten und irgendwann schläft der Typ dann auf dem Boden im Gang und wir fahren los. Ich schlafe verhältnismäßig gut. Nur bei den unzähligen “Speedbreakern” wache ich auf, da der Busfahrer ziemlich schnell darüberfährt und man (also alle im hinteren Teil des Busses) mit dem ganzen Körper 10cm abhebt und aufschlägt  Ich vergleiche die Fahrt mit dem Ritt auf einem wilden Gaul. Auf der Autobahn oder wie man die zweispurige Fahrbahn auch nennen will, fährt es sich ruhiger. Nur starkes Abbremsen des Busses ist ab und zu nervig. Der Grund?

Lkw die ohne Licht mit ca. 20 km/h versuchen sich gegenseitig zu überholen und es nicht schaffen, da der eine 20 km/h und der andere 20,00004 km/h fährt. Unser Busfahrer ist einmal so wütend, dass er nach einem solchen Überholvorgang neben einen solchen Lkw fährt und durch das offene Fenster dem Fahrer eine Wasserflasche ins Gesicht schüttet 

Kommen um 7.30h in Bangalore an. Gehen zum Bahnhof und ich bemerke, dass ich meine teuere Taschenlampe im Bus vergessen habe. Jogge zurück, Bus ist weg, frage mich durch wo der Bus getankt und saubergemacht wird, jogge dorthin - Bus ist weg. Laufe durchgeschwitzt zurück..grrr.

Am Bahnhof das nächste Malheur.. Wie soll ich es beschreiben? Ich gehe auf die indische Busbahnhofstoilette. Es gibt wohl keinen übleren Ort auf der Welt.

Ca. 2cm hoher Flüssigkeitsstand (was immer das auch ist), Exkremente überall… nähere Beschreibungen erspare ich mir…Eigentlich muss ich nur klein, aber dann meldet sich mein Durchfall. Was muss das muss… als ich fertig bin, merke ich, dass es auf indischen Toiletten kein Klopapier gibt. Mich mit der Unterhose zu reinigen geht nicht, da es unmöglich ist, diese hier auszuziehen. Flüssigkeitsstand in der Toilette usw…

Was ist das Pragmatischste? Genau - es ist zwar ziemlich dekadent, aber ich hab mir mit indischen Rupienscheinen den Ar… geputzt. Die Aktion hat mich umgerechnet 1 Euro gekostet  Also wieder was gelernt.. In Indien immer Papier oder wenigsten kleine Scheine im Geldbeutel mit sich führen, wenn man eine öffentliche Toilette benützt.

Kommen nach einer weiteren 3,5 stündigen Busfahrt dann in Mysore an. Die Stadt ist für ihren Maharadschapalast bekannt. Habe ein Hotel über das Internet gebucht, aber den genauen Namen vergessen. Nun gibt es hier 2 Hotels die ähnlich klingen. Erstmal eine Internetcafe bzw. PC gesucht und auf dem USB Stick das Hotelvoucher angeschaut..

OK - ich hab das Hotel gebucht, das 20km außerhalb der Stadt liegt (bin ich eigentlich doof??) Der Schuppen entpuppt sich als ein altes englisches Herrenhaus direkt an einem Staudamm. Neben dem Hotel befindet sich ein toller Wasserfall von ca. 300m Länge und 100m Höhe, der aus dem Staudamm herauskommt. Erinnert an den Rheinfall - aber richtig gut. Die Zimmer sind sehr schön - zwischen 3 und 4 Sterne nach deutschem Standart (Royal Orchid Brindavan Garden - wer es googeln will)

Hotel hat einen Pool der erstmal getestet wird. Dann gibt’s für ne Stunde eine Massage für Nacken und Rücken im Hoteleigenen Spa - ja.. Und dann lass ich mir auf dem 3-Loch Golfplatz noch ein wenig das Golfspielen beibringen bzw. meine bisher nun an der PSP angewandtes “Handicap” verbessern. Grinz.

Wir gehen in dem Brindavan Garden spazieren, welcher ein wenig an das blühende Barock erinnert. Gegen 18h strömen plötzlich tausende von Indern in den Garten. Wir erfahren, dass jeden Abend von 18.30 - 19.30h eine Lightshow mit Musik stattfindet und alle Springbrunnen beleuchtet sind. Ok - wir haben Premiumplatz von unserem Balkon im Hotel. Werden auf dem Weg ins Hotel noch zigmal von Indern für Familenbilder mit Kindern, Großeltern, Vätern “missbraucht”. Alle wollen wissen wo wir herkommen, wie alt wir sind, ob wir verheiratet sind, ob wir Kinder haben etc… neugierige Inder halt..


Lerne noch einen Polizisten kennen, der mehrfacher indischer Meister im Boxen war, er macht auch Kickboxen. Er läd uns nach Mysore in sein Haus ein. Mal sehen, ob wir das schaffen.. Glaube aber nicht.

Morgen ist neben ner Stunde Sport um 7.30h ne Palasttour durch Mysore geplant. Wir wollen dann eine Sandelholz und Seidenfabrik besuchen (für beides ist Mysore berühmt) und noch auf einen 14km entfernt von Mysore liegenden Berg mit Tempel steigen. Volles Programm also.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen