Sind seit drei Tagen in Goa. Sind bei strahlender Sonne in Mumbai abgeflogen und landeten bei sehr starkem Regen in Goa. Na toll, dass kann ja heiter werden - so mein erster Gedanke. Aber als wir den Flughafen verliesen, hörte es schon auf zu regenen. Und seitdem blieb es trocken.
Als wir in Goa ankamen hatten wir noch kein Zimmer und nur ne" vage Vorstellung wo wir hin wollten, denn Goa ist groß. GOA ist ja keine Stadt, sondern ein Bundesstaat. Ca. 90km Küstenlinie gibt’s da und Strände mit Leuten von Hippie über Trance bis „Hey-was-geht-ab-wir-feiern-die-ganze-Nacht“. Wir entschieden uns für den Süden. Der Sueden ist ruhiger - dass was wir brauchen und suchen. Entdeckten im Flughafen ein Touribüro der staatlichen indischen Tourismusbehörde und die besorgten uns in einem Resort im Süden zwischen Varca und Callelossim ein Zimmer. Wir ließen uns mit dem Taxi dorthin fahren und stellten fest, dass es am Ars... der Welt liegt. Das hat Vor-und auch Nachteile, dazu später mehr...
Unser Zimmer entpuppte sich als Deluxe Bungalow direkt am Pool. Meer ca. 250m weg. Der Preis stimmte auch und so zogen wir ein.
Der Strand ist ca. 50m breit und ca. 12km lang. Und es liegen kaum Leute da. Toll. Wir aßen den ersten Abend in einer kleinen Strandbar direkt am Meer und sahen von unserem Plastikstühlen und einem Kingfisher-Bier auf dem Tisch zu, wie die Sonne im Meer versank.Auch sehr schoen. Ohne Klima ist es im Zimmer kaum auszuhalten. Temp. am Abend 29 Grad..(an der Klimaanlage kann man das ablesen) tagsueber schaetze ich so um die 40 Grad vielleicht auch mehr. Das Wasser duerfte so 24 Grad haben. Badewannentemp. Wenn man lange genug drin bleibt, kann es auch kuehlen..smile..
Am nächsten Tag wollten wir in das nächste Dorf fahren (6km) um uns dort umzusehen. Der Taxifahrer vor dem Resort wollte 400 Rps für die 6km. Das ist schlichtweg frech. Die Jungs nutzen die abgeschiedene Lage voll aus. Nun zaehneknirschend zahlte ich halt den Preis – und mietete gleich im Ort eine Royal Enfield BULLET für 350 p.T.
Ich bin noch nie Enfield gefahren und musste mich sehr umstellen. Die Schaltung befindet sich auf der rechten anstatt der linken Seite, analog die Hinterradbremse...Ich muss nicht erwähnen, dass auch die Schaltung grad umgekehrt zu der üblichen Schaltung beim Motorrad geschaltet werden musste.Also alles verkehrt. Falsche Seite schalten, umgekehrt schalten und noch auf der "falschen" Seite fahren..
Nun wir fuhren in den tiefen Süden, Indischer kann man so Goa nicht mehr erleben!!! Es ist das eine sich von einem Fahrer durch Indien kutschieren zu lassen – oder das andere mit dem Motorrad sich auf Indiens Straßen und Städten zu bewegen. Meine Herrn....man darf den Verkehr wirklich nicht eine Sekunde aus den Augen lassen, ansonsten ist ein Unfall fast vorprogrammiert! Neben der Vielzahl an Kuehen, die wirklich auf der Strasse rumliegen und um die sich der Verkehr wie ein Wellenbrecher schlaengelt, Hunde, Ziegen, verrueckte Lkw-Fahrer, kriechende Busse, Eselskarren..Fussgaenger..wirklich unglaublich, aber auch sehr interessant. Ich bin schon mit dem Pkw durch Teheran gefahren und dachte, dass es eine Steigerung nicht gibt..da kann ich jedem empfehlen sich mal in einer typischen indischen Stadt mit so 100.000 Einwohnern zu bewegen.grinz. Adrenalin pur.
Wir hielten am Cap de Rama an. Dort befand sich die Ruine eines altes Forts der Portugiesen bzw. sie steht noch immer da :-) Sengende Hitze, sehr hohe Luftfeuchtigkeit machen die Besteigung des Forts auch nicht einfacher...Oben auf dem Turm hatte man eine unglaubliche Aussicht auf die Küstenlinie. Der Dschungel trifft hier das Meer. Sehr reizvoll anzusehen. Ich sah aus den Augewinkeln auf dem Meer eine Bewegung – bei genauerem Hinsehen konnte ich eine Delphinschule/Familie von drei/vier Tieren ausmachen, die sich durch die Bucht bewegte. Am anderen Ende der Bucht befand sich ein großer Sandstrand, der von der Burg aus zu sehen war. Diesen steuerten wir an. Nach einem kleinen "Wasserhopf" wollten wir weiter, denn es war inzwischen so heiss, dass man sogar auf dem Moped mit Fahrtwind schwitzte. Als wir im Wasser waren, sah ich keine 200m vor uns wieder Delphine.
Ich schwamm raus aufs Meer, den Tieren hinterher. Ich konnte inzwischen erkennen, dass es sich um mind. 14 Tiere handelte. Doch die Delphine wollten ihre Ruhe. Sie schwammen immer weiter raus ins Meer. Ich entschied mich umzudrehen. Zu dem Zeitpunkt war ich ca. 400/500m draussen. Schon beim ersten Schwimmzug bemerkte ich die starke Strömung. Das kann ja heiter werden, dachte ich und nahm Fahrt auf... Ich kam nur sehr sehr langsam vorwärts. Ich wusste, dass ich das Tempo ca. 30min halten konnte (gut dass man(n) Sport macht..) Notfalls wäre ich gekreuzt und hätte versucht am Ende der Bucht die Landspitze zu erreichen, bevor es aufs offene Meer ging. Aber ich schaffte es rein. War zwar ziemlich erschöpft, aber es ging nochmal gut.
Ich hab zwar im Reiseführer und im Lonely Planet gelesen, dass es in ganz Goa ziemlich starke Strömungen geben soll, hatte dies aber nicht so ernst genommen. Nun – ich werde mich hier nicht mehr weiter wie 100m vom Ufer entfernen... Wer in Goa schwimmen gehen will, sollte sich daran halten! An Stränden mit Aufsicht wird man eh nach 40m zurückgepfiffen, aber einsame Straende (und die gibt es hier noch) verlocken doch weiter rauszugehen als man sollte und das Meer hier ist echt tuekisch..
Wir fuhren weiter nach Palolem. Die Enfield zickte ziemlich rum. Die Kupplung trennte nicht mehr sauber, wenn der Motor heiß wurde. Ich konnte so nur noch sehr schlecht schalten. In Paloem angekommen gings zum Strand. Die Bucht ist so das beste was man sich so unter Indien/Goa, Palmen, Sand etc. vorstellen kann.
bzw. war es. Es war gar nicht so viel los dort. Ok – ne Menge Hippies rennen dort rum. Aber das verbindet man doch irgendwie mit Goa und will das doch sehen.
Das ist aber ok. Die Palmen reichen fast bis ans Meer und zwischen diesen wurden kleine und auch größere Bambushütten gebaut. Schön in rot,blau,gelb,grün, lila.... Nicht schön. Wir ließen Palolem hinter uns ohne auch nur einmal gebadet zu haben.So kann die Sucht nach Gewinn auch einen wirklich schoenen Ort auf der Erde zerstroeren.
Kamen spät im Resort an. Nach einem Dusch gings dann wieder los. Ab heute ist DIWALI. Das größte Lichterfest in ganz Indien. Für die Hindus ist das so wie Weihnachten und Fasching zusammen.
Für die Jain beginnt an DIWALI das neue Jahr (In Indien gibts neben Hindus, Buddisten auch Jain). Also auch Silvester... Am ersten Abend von DIWALI werden zum Anbruch der Dunkelheit Teufelsmasken und Teufelsfiguren (lebensgroß und größer) durch die Straßen getragen.
Das Böse soll so ausgetrieben werden. Um Mitternacht werden die ganzen Teufel verbrannt – das Licht hat gesiegt. Wir haben DIWALI in Margao beobachtet. Da waren 10.000ende Hindus in den Straßen unterwegs. Es fand so eine Art Prämierung der Teufel statt.
Diese Teufel waren wir bei uns bei Karnevalsumzügen ca. 8-10m groß. Sahen toll aus, mit ihren rollenden Augen und einem Schwert in der Hand. Die Teufel wurden von ca. 6Männern getragen, die sich zum Klang von Trommeln (ähnl. unserer Guggenmusik) bewegten.Um 24h wurden die Teufel dann verbrannt.
Heute war der Tag des Lichts. Überall wurden bei Dunkelheit Kerzen angezündet und Feuerwerke abgebrannt.
Heute morgen habe ich die Enfield gegen eine Honda Pulsar eintauschen wollen. Ging nicht,, da keine Pulsar mehr da war. Also einen 125ccm Scooter genommen und noch einen Tag rausgehauen.
Haben auch unsere Weiterreise organisiert. Am 9.11. fahren wir mit dem Zug nach Hospet/Hampi, wo im Landesinnern ein berühmter Tempel zu besichtigen ist. Von dort geht es mit dem Nachtbus weiter nach Bangalore. Wir können die letzte Nacht nicht mehr in unserem Resort bleiben, da es dann ausgebucht ist. Ist vielleicht ganz gut so, so brauchen wir auch nicht mehr die Taxler vor der Tür in Anspruch nehmen. Wir werden uns fuer die Nacht irgendwo was einfaches, sauberes suchen. Es wurde uns gesagt, dass die Taxis nicht zu unserem Resort fahren dürfen und wir von dort ein Taxi nehmen müssen. Aha – jetzt weiß ich auch, warum die Preise dort so hoch sind...
Haben gestern OLD GOA besichtigt. Die Stadt ist sehr häslich und es ist kaum vorstellbar, dass sich hier einmal ein Zentrum des Handels entlang der Seidenstraße befand und neben Juwelen und Gewürzen, auch Teppiche gehandelt wurden. Ein altes Hafentor erinnert noch an die Entdeckung durch Vasco da Gama, der durch eine Statue geehrt wird. Auch die alten teilweise über 400 Jahre alten Kirchen der Portugiesen sind sehenswert. Das war´s dann aber auch schon. Wir haben uns noch die Strände im Norden um Cangalute etc. angesehen (siehe oben..). Nie mehr. Wir wissen jetzt, dass wir „alles richtig gemacht haben“ als wir uns entschlossen hatten in den Süden zu fahren.
Am Abend waren wir in Beaulin (ein Kaff ca. 6km von unserem Resort entfernt) essen. Wieder schön am Meer und exzellent Indisch gegessen. Die Heimfahrt durch Sandwege und Reisfelder war für Nici nicht so geheuer, da wir gehört haben, dass es nachts auf den Reisfeldern nicht ganz ungefährlich wäre zu laufen (wir sind ja aber gefahren) da es dort Kobras geben soll. Wenn man sich dort bewegt, soll man wohl viel Lärm machen und schauen wohin man tritt...aha... ich sah nur zwei kleine Katzen :)
Heute machten bzw machen wir noch einen Badetag und fuhren wieder runter an den einsamen Strand mit den Delphinen. Sind grad in ein kleines Dorf gefahren und Nici laesst sich grad mit Ayuweda (Oelmassage) verwoehnen. Ich nutze die Zeit um mal hier meinen Blog zu fuellen. Hab mir die letzten Tage am Abend immer mal wieder was ins Laptop gehackt und auf einem USB abgespeichert. So gehts hier im Internetcafe recht schnell mit dem einstellen. Übermorgen wollen wir zu den zweithöchsten Wasserfällen von ganz Indien fahren. Diese liegen in Goa und sind nicht so weit weg wie die Jog-Falls, welche wir zuerst besuchen wollten, die aber mit dem Moped einfach zu weit weg sind. Man müsste einfach 150km fahren. Dass bedeutet im indischen Verkehr an der Küste ca. 3-4h Fahrt. Und das wollen wir uns nicht geben, da wir ja auch wieder zurück müssen...
Nach Hampi werden wir wie schon geschrieben mit dem Nachtbus nach Bangalore fahren und von dort sofort weiter nach Mysore. Dort gibt es den Maharadaschapalast des "Tiger von Mysore" zu besichtigen, der sehr schoen sein soll. Wir werden mind. eine Nacht bleiben (hab ich schon gebucht) Hotel heisst Royal Orchid Brindavan Gardens Hotel (googel it!).Vielleicht auch zwei. Haengt davon ab wie wir von Mysore wieder nach Bangalore kommen. Von dort fliegen wir dann nach Kalkutta um dort unseren Besuch im Tigerreservat und das Permit fuer SIKKIM im Himalaya zu bekommen. Wir werden dort versuchen 10 Tage trekken zu gehen. Hab Nici begeistern koennen...wollen bis auf ca. 5000m hoch steigen um den dritthoechsten Berg der Welt zu sehen bzw. an dessem Fusse zu stehen - freu mich schon auf den indischen Teil Tibets. Dort wohnt auch Tenzing Norgays Sohn (Dieser war mit Sir Hillery der erste Mensch der auf dem Everst war..)
Werde die naechsten Tage versuchen mal das eine oder andere Bild hier einzustellen.
Gruesse in die Heimat - muss jetzt eine Lassi trinken gehen (nein, das ist nichts verbotenes :)
Hallo Nici ind Coco,
AntwortenLöschenhabe Euch wiederentdeckt und wundere mich schon über Eure Abenteuerlust. Hoffentlich schwimmt Thomas nächstes mal nicht so weit raus zu den Delphinen. Hätten die ihn gerettet? Das sollen die ja manchmal mit netten Menschen tun. Wie hat der lassi geschmeckt?
Gruß an die Inder
Christian